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Politik

"Clash of Civilisations" in Ayodhya

Die indische Stadt Ayodhya ist mit rund 9000 Hindu-Tempeln ein wichtiger Wallfahrtsort. Zugleich gibt es dort 250 Moscheen. 1992 zerstörten Hindus eine Moschee. Seitdem wollen sie an der Stelle einen Hindu-Tempel bauen.

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Auf dem Weg nach Ayodhya: Heilige Hindu-Männer

Die mit etwa 50.000 Einwohner relativ kleine Stadt Ayodhya liegt 550 Kilometer östlich der indischen Hauptstadt Neu-Delhi im Unionsstaat Uttar Pradesh.

Am 6. Dezember 1992 wurde das nordostindische Städtchen weltbekannt, als Zehntausende mit Hämmern und Spitzhacken bewaffnete hinduistische Extremisten eine historische Moschee zerstörten. Das 430 Jahre alte islamische Gotteshaus, an dessen Stelle die Hindus einen Tempel errichten wollen, ist nach hinduistischer Überlieferung auf den Ruinen eines Rama-Tempels errichtet. Sie glauben, dass sich an der Stelle der Babri-Moschee, erbaut vom Großmogul Babri, der Geburtsort des Gottes Rama befindet. Bei den tagelangen religiösen Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen, die auch auf die Großstädte Bombay, Neu-Delhi und Kalkutta übergriffen, wurden mehr als 2000 Menschen getötet. Die indische Regierung versetzte alle Sicherheitskräfte in Nordindien in erhöhte Bereitschaft. Paramilitärische Polizeikräfte bezogen Stellung, Ausgehverbote wurden verhängt und öffentliche Versammlungen verboten.

Bei einem früheren Versuch hinduistischer Fundamentalisten, den muslimischen Walfahrtsort in Ayodhya zu stürmen, waren 1990 bei Unruhen rund 1000 Menschen ums Leben gekommen. In Indien, dem siebtgrößten Staat der Erde, sind gut 80 Prozent der rund eine Milliarden Inder Hindus, während elf Prozent dem islamischen Glauben angehören. (im)