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Politik

CIA gibt Attentat auf Castro zu

Der US-Geheimdienst CIA hat in den 60er Jahren mit Verbrechern zusammengearbeitet, um Kubas Präsident Castro zu töten. Das geht aus Dokumenten hervor, die die CIA jetzt freigegeben hat.

Will Ordnung schaffen: Der neue CIA-Chef Michael Hayden handelt, Quelle: AP

Will Ordnung schaffen: Der neue CIA-Chef Michael Hayden handelt

Der US-Geheimdienst CIA hat 1960 zwei der meistgesuchten Verbrecher des Landes angeheuert, um den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro vergiften zu lassen. Mit der Freigabe bislang geheimer Dokumente wurden am Dienstag (27.6.07) Einzelheiten der Anschlagspläne bekannt. Demnach kontaktierte der ehemalige FBI-Agent Robert Maheu im Auftrag der CIA den Gangster Johnny Roselli.

Maheu gab sich als Vertreter internationaler Unternehmen aus, die sich angeblich an Castro rächen wollten, weil er das Glücksspiel verboten hatte. Roselli stellte den Kontakt zu zwei Männern her, die damals auf der Liste der zehn meistgesuchten Kriminellen standen: Momo Giancana alias "Sam Gold" und Santos Trafficante alias "Joe". Die CIA habe den beiden Mafiosi sechs Giftpillen zugespielt, heißt es in den Dokumenten. Mehrere Monate lang hätten sie vergeblich versucht, diese Castro ins Essen mischen zu lassen.

Fidel Castro, ein Mann mit sieben Leben

Nach Angaben der kubanischen Regierung gab es in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 600 Versuche, Castro zu töten. Erst vor wenigen Tagen hatte der 80-jährige Staatschef US-Präsident George W. Bush vorgeworfen, seine Ermordung angeordnet zu haben. Angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung der CIA-Dokumente hatte die kommunistische Parteizeitung "Granma" bereits am Samstag geschrieben: "Auf Befehl des Weißen Hauses, versuchte die CIA, Präsident Fidel Castro und andere Persönlichkeiten zu töten." Nun bestätige sich das, was bereits vermutet worden sei.

Kubas Präsident Fidel Castro, Quelle: AP

Soll 600 Anschlagsversuche überlebt haben: Kubas Präsident Fidel Castro

Die nun veröffentlichten Dokumente, die bei der CIA als "Familienschmuck" bezeichnet werden, geben Aufschluss über illegale Aktionen des Geheimdienstes zwischen den 50er und 70er Jahren. Laut CIA-Direktor Michael Hayden handelt es sich um fast 700 Seiten. "Das meiste davon ist nicht sehr schmeichelhaft, aber das ist nun einmal die Geschichte der CIA", erklärte Hayden auf einer Historikerkonferenz in der vergangenen Woche. "Die Dokumente gewähren einen Einblick in eine ganz andere Epoche", sagte Hayden weiter.

"Leichen im Keller" der CIA

Die Dokumente sollen Angaben über Mordkomplotte, Einbrüche, Diebstähle, Experimente an Menschen, das amtliche Mitlesen privater Post und das Ausspähen von Journalisten enthalten. Das Archiv war 1973 auf Anordnung des damaligen CIA-Direktors James Schlesinger angelegt worden, der sich einen Überblick über die "Leichen im Keller" des Geheimdiensts verschaffen wollte.

Nur ein kleiner Kreis von Geheimdienstmitarbeitern, Ausschussmitgliedern des Kongresses und Mitarbeitern des Weißen Hauses hatte bisher Zugang zu den Akten. Historiker und Journalisten klagten bislang vergeblich auf Herausgabe der Dokumente geklagt. (tos)

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