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Aktuell Amerika

CIA-Chef tritt wegen Sexaffäre zurück

Kürzlich war er noch als künftiger Verteidigungsminister gehandelt worden. Nun hat sich CIA-Chef Petraeus selbst aus dem Rennen genommen: Er trat wegen einer Sexaffäre zurück.

Wenige Tage nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama hat CIA-Chef David Petraeus überraschend seinen Rücktritt eingereicht. Als Grund führte er eine außereheliche Affäre an und erklärte, ein solches Verhalten sei inakzeptabel - und zwar als Ehemann und als Anführer einer Organisation wie der CIA. Bei der Geliebten soll es sich nach Medienberichten um eine 20 Jahre jüngere Frau handeln, die eine Biographie über ihn schrieb.

Paula Broadwell (Foto: AP)

Die Geliebte von Petraeus: Paula Broadwell

Aufgedeckt hatten die Beziehung nach unbestätigten Berichten FBI-Beamte. Sie hatten den E-Mail-Verkehr von Petraeus verfolgt, nachdem sie einen Hinweis erhalten hatten, dass seine Geliebte möglicherweise Zugang zu seinem E-Mail-Konto haben könnte.

Obama würdigt Petraeus Verdienste

Präsident Barack Obama nahm das Rücktrittgesuch des 60-Jährigen an. Er lobte Petraeus, der als Militär im Irak-Krieg die Wende mit herbeigeführt hatte, als einen der herausragendsten Generäle seiner Generation. Obama würdigte die "außerordentlichen Verdienste" von Petraeus, der die USA sichererer und stärker gemacht habe.

Video ansehen 01:26

CIA-Chef Petraeus zurückgetreten

Der Vier-Sterne-General Petraeus war durch seinen Einsatz im Irak 2007 und 2008 auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Er hatte am Golf eine neue Strategie umgesetzt, wonach die US-Truppen ihre schwer gesicherten Stützpunkte verlassen und in kleinen Einheiten im ganzen Land ausschwärmen sollten. Vor seiner Geheimdienst-Karriere war Petraeus auch in Afghanistan kurzfristig als Oberkommandierender eingesprungen - auf Bitten des Präsidenten.

Als Verteidigungsminister gehandelt

Barack Obama trifft die Affäre zur Unzeit. Petraeus war in Washington als möglicher Nachfolger von US-Verteidigungsminister Leon Panetta gehandelt worden, der als amtsmüde gilt. Allerdings war die von Petraeus geleitete CIA in jüngster Zeit ins Zwielicht geraten. Im Zusammenhang mit der Ermordung des US-Botschafters und drei weiterer US-Amerikaner in Libyen war dem Geheimdienst eine falsche Informationspolitik vorgeworfen worden. In der kommenden Woche sollte Petraeus vor einem Kongressausschuss über die Vorkommnisse in Bengasi aussagen. Das wird jetzt nach Medienberichten voraussichtlich sein bisheriger Stellvertreter Michael Morell übernehmen.

Umfassende Veränderungen im Kabinett

Ob Morell auch neuer Leiter der Central Intelligence Agency wird - dafür steht das Kürzel CIA -, das wird sich zeigen, wenn Obama sein neues Kabinett vorstellt. Dem Präsidenten werden - nach allem, was man hört - nach der abgelaufenen Legislaturperiode auch Außenministerin Hillary Clinton und Finanzminister Timothy Geithner von der Fahne gehen.

ml/fab/jh/pg (dpa, rtr, ap, afp)

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