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Welt

Chronologie: Schwere Grubenunglücke der vergangenen Jahre

Wer unter Tage arbeitet, lebt gefährlich. Kommt es in den Stollen zu Explosionen, Einbrüchen oder Überschwemmungen, gibt es für die eingeschlossenen Kumpel oft keine Rettung, wie die Geschichte zeigt.

Retter tragen einen verletzten Bergarbeiter aus der Kohlemine, Soma, Türkei, 14.05.2014 (Foto: Reuters)

Nach der Katastrophe im türkischen Soma: Retter tragen einen verletzten Bergarbeiter aus der Kohlemine

Überall, wo Bergbau betrieben wird, kommt es auch zu schweren Grubenunglücken. Besonders stark gefährdet sind die Bergleute in China. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Ausbildung sind der Grund dafür, dass hier jedes Jahr Arbeiter sterben oder schwer verletzt werden. Doch auch im Rest der Welt gibt es regelmäßig schwere Unfälle im Bergbau, wie unser Überblick zeigt:

August 2010: In dem chilenischen Kupfer- und Goldbergwerk San José in der Atacama-Wüste werden 33 Bergleute durch einen Bergschlag verschüttet. Über zwei Wochen dauert es, bis Rettungskräfte mit ersten Bohrungen die eingeschlossenen Männer in einer Tiefe von 700 Metern erreichen. Durch die Röhre werden sie mit dem Notwendigsten versorgt, bis alle Männer durch eine neue Bohrung mit größerem Durchmesser nach 69 Tagen gerettet werden können. Die dramatische Aktion wird zu einem Medienereignis.

Eingeschlossene Kumpel in San José (Foto: picture-alliance/dpa)

Rettung aus der Tiefe naht - eingeschlossene Kumpel in San José in Chile im September 2010

Juni 2010: Eine Methangasexplosion bringt eine Kohlegrube südlich von Medellín in Kolumbien teilweise zum Einsturz. Mindestens 73 Menschen kommen ums Leben. Hohe Methan- und Kohlenmonoxid-Konzentrationen in der Anlage erschweren die Arbeit der 200 Helfer. Neun Tage nach dem Unglück werden die letzten Leichen geborgen. In der Woche vor dem Unglück war die Anlage auf ihre Sicherheit überprüft worden. Dabei wurde festgestellt, dass Gasmelder und eine Entlüftungsanlage fehlten.

Mai 2010: Bei zwei Methangas-Explosionen in der westsibirischen Kohlegrube "Raspadskaja" sterben 75 Männer, mindestens 16 bleiben vermisst. Die Explosionen ereignen sich im Abstand von vier Stunden. Bei der zweiten - viel stärkeren - Explosion befinden sich bereits Rettungskräfte in der Grube. Gut 280 Bergleute überleben das Unglück.

Mai 2009: In einer südafrikanischen Goldmine südwestlich von Johannesburg bricht ein Feuer aus. 82 illegal arbeitende Goldgräber kommen ums Leben.

Dezember 2007: Nach einer Gasexplosion in einer Kohlegrube im Norden Chinas melden die Behörden 105 Tote. Die meisten Opfer sterben den Angaben zufolge an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

November 2007: Nach einer Methangasexplosion in 1078 Metern Tiefe in einem Kohlebergwerk der ostukrainischen Stadt Donezk kommen mehr als 100 Bergleute ums Leben. Zum Zeitpunkt des Unglücks halten sich 457 Bergleute unter Tage auf. Über 350 Kumpel können - zum Teil mit schwersten Verletzungen - gerettet werden.

Grubenunglück in China, Sizhuang-Mine, Bezirk Shizong, 10.11.2013 (Foto: picture-alliance/dpa)

Unfälle sind in Chinas Kohlegruben fast an der Tagesordnung - hier steigen Rettungskräfte nach einer Gasexplosion im November 2011 in den Schacht einer Mine im Kreis Shizong im Südwesten Chinas.

August 2007: Nach einem Dammbruch kommt es im Kohlebergwerk Minggong in der ostchinesischen Provinz Shandong zu einem Wassereinbruch. Mehr als 170 unter Tage eingeschlossene Arbeiter haben keine Überlebenschance.

Februar 2005: Beim schwersten Grubenunglück in China seit Jahrzehnten kommen in der nordöstlichen Provinz Liaoning mindestens 214 Kumpel ums Leben. Auf ein Grubenbeben folgt in etwa 242 Metern Tiefe eine Gasexplosion. 29 Bergleute kommen mit Knochenbrüchen, Gasvergiftungen und Verbrennungen ins Krankenhaus.

März 2000: Mindestens 80 Bergleute sterben durch eine Methangasexplosion in einem Bergwerk in Lugansk im Osten der Ukraine.

1992: Bei dem bis dahin schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kommen in Kozlu im Kohlerevier Zonguldak am Schwarzen Meer 263 Bergleute ums Leben.

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