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Wirtschaft

Chronologie: Die Übernahmeversuche der Deutschen Börse

Die Deutsche Börse ist in den vergangenen Jahren mehrfach mit Übernahmeversuchen anderer Börsen gescheitert.

Im Visier der Frankfurter waren bereits die Handelsplätze in Zürich, mehrfach die Londoner Börse LSE sowie Mailand. Im Kampf um die Euronext hat die Deutsche Börse am Mittwoch (15.11.2006) aufgegeben, und die New York Stock Exchange (NYSE) hat die Nase vorn.

Mai 2000: Der Plan einer Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) scheitert.

22. September 2000: Vertreter der Börsen von Paris, Brüssel und Amsterdam gründen die Vierländerbörse Euronext.

August 2004: Die Schweizer Börse SWX lehnt Pläne der Deutschen Börse zu einer faktischen Übernahme ab. Zur Begründung heißt es, das Bankgeheimnis der Schweizer Kreditinstitute müsse gewahrt und die Regulierung der Börse unter eidgenössischer Hoheit erhalten bleiben.

Dezember 2004: Die Deutsche Börse legt ein neues Übernahmeangebot für die LSE über zwei Milliarden Euro vor. Kurz darauf bekundet auch die Vierländerbörse Euronext (Amsterdam, Brüssel, Lissabon, Paris) Interesse. Die Pläne scheitern später auf Betreiben von LSE-Chefin Clara Furse.

6. März 2005: Hedge-Fonds setzen als Aktionäre der Deutschen Börse den Vorstand unter Druck, die Offerte für die LSE zurückzuziehen.

9. Mai 2005: Der Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, tritt als Folge des gescheiterten Übernahmekampfes um die LSE zurück. Nachfolger wird der frühere Präsident der Schweizer Börse SWX, Reto Francioni. Der ebenfalls unter Druck geratene Aufsichtsratschef Rolf Breuer kündigt seinen Rückzug zum Jahresende an.

15. Dezember 2005: Die australische Macquarie Bank macht ein Übernahmeangebot für die LSE über 580 Pence je Aktie. Der Versuch scheitert.

10. März 2006: Die zweitgrößte US-Börse Nasdaq will die LSE übernehmen. Sie bietet 950 Pence je Aktie. Die LSE lehnt das Angebot als zu niedrig ab.

15. März 2006: Die Deutsche Börse gibt öffentlich bekannt, dass sie eine Fusion mit der Vierländerbörse Euronext beabsichtigt und bereit ist, dafür 8,6 Milliarden Euro zu zahlen.

23. Mai 2006: Der US-Börsenbetreiber NYSE will die Euronext kaufen. Die Euronext-Aktionäre lehnen auf der Hauptversammlung der Gesellschaft einen Antrag ab, der die Fusion mit der Deutschen Börse als beste Lösung bezeichnet. Gleichzeitig spricht sich das Management der Euronext eindeutig für eine Fusion mit der New York Börse aus.

2. Juni 2006: NYSE und Euronext einigen sich auf einen Zusammenschluss. Durch die Zehn-Milliarden-Dollar-Transaktion soll der mit Abstand weltgrößte Aktienmarkt mit einem Handelsvolumen von 21 Billionen Euro entstehen.

17. Oktober 2006: In Chicago entsteht durch eine Fusion der weltgrößte Derivate-Markt der Welt. Der amerikanische Warenterminbörsen-Betreiber Chicago Mercantile Exchange Holdings (CME) übernimmt die CBOT Holdings. Sie betreibt die Warenterminbörse Chicago Board of Trade (CBOT). Der Kaufpreis beläuft sich auf acht Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro).

8. November 2006: Die Deutsche Börse erleidet im europäischen Fusionspoker einen neuen Rückschlag: Die Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen mit der Borsa Italiana in Mailand werden ausgesetzt. Eine Einigung in wesentlichen Punkten sei nicht zu erreichen gewesen, hieß es.

15. November 2006: Die Deutsche Börse gibt ihre Übernahmepläne für die Euronext auf. Die Euronext zieht eine Fusion mit der New Yorker Börse NYSE vor.