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Politik

Chronologie: Anschläge in Ägypten

Bei Explosionen im ägyptischen Badeort Dahab sind am Montag (24.4.2006) mindestens 22 Menschen getötet und über 80 verletzt worden. Anschläge auf Ausländer in Ägypten gab es seit 16 Jahren immer wieder.

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Eine der Bomben explodierte vor diesem Laden

Am Montagabend um 19.15 Uhr Ortszeit explodieren drei Bomben im Badeort Dahab auf der Sinai-Halbinsel nördlich von Scharm el Scheich. Die Explosionen kosten mindestens 22 Menschen das Leben, darunter auch ein deutscher Junge. Über 80 werden verletzt. Die Bomben detonieren fast zeitgleich in einem Supermarkt, einem Café und einem Restaurant. Es ist der dritte Anschlag in anderthalb Jahren.

Immer wieder sind Touristen das Ziel

Seit dem Beginn der Anschlagserie in dem Land am Nil waren immer wieder Touristen auf belebten Plätzen oder in Hotelanlagen das Ziel. Neun Israelis und zwei Ägypter werden so im Februar 1990 in einem Bus getötet.

1993 - wieder ein Angriff auf einen Touristenbus - diesmal vor den Pyramiden von Giseh. Glücklicherweise nur Verletzte.

Von zwei Angriffen im Jahr 1994 hinterlässt vor allem ein Schusswechsel im Touristenort Hurghada blutige Spuren: vier Tote.

1996 dann wird eine griechische Reisegruppe niedergemetzelt: Im Kairoer Hotel "Europa" sterben 18 Menschen im Kugelhagel von Maschinenpistolen.

November 1997: Der bisher wohl schwerste Anschlag

Der wohl schwerste Anschlag von Terroristen in Ägypten fand vor rund acht Jahren, im November 1997 statt. Im oberägyptischen Luxor stehen Urlauber vor dem Hatschepsut-Tempel unter strahlend blauem Himmel. Mitten in der Menschenmengen schießen plötzlich mehrere Männer gnadenlos um sich. 58 Menschen sterben, darunter vier unbeteiligte Ägypter, 36 Schweizer und vier Deutsche. Für diesen Anschlag übernimmt die islamische Organisation "Gamaa Islamija" die Verantwortung.

Im gleichen Jahr - zwei Monate zuvor - wurde ein Touristenbus angegriffen. Mitten in Kairo. Vor dem ägyptischen Museum. Die Opfer: Der ägyptische Fahrer und neun Deutsche.

In den Jahren 2004 und 2005 trifft es zwei Touristencamps an der Grenze zu Israel und Besucher eines Basars in Kairo. 37 Tote und mehr als 120 Verletzte heißt die bittere Bilanz.

Hass und Gewalt treffen vor allem die für das Land so wichtige Tourismusbranche - Veranstalter verzeichnen nach Anschlägen Reiseabsagen und einen deutlichen Rückgang von Touristen - allerdings nie für lange Zeit. Nichts ist so sehr gefürchtet wie der Eindruck, der islamistische Terror habe seinen Ursprung eigentlich in Ägypten.

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