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Asien

Chronik zum größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte

Das Passagierflugzeug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord ist seit fast drei Jahren verschollen. Malaysia, Australien und China beenden nun die Unterwassersuchaktionen. Ein Rückblick auf die Tragödie.

8. März 2014: Vom Radar verschwunden

Um 0:41 Uhr startet die Boeing 777-200 von Kuala Lumpur Richtung Peking. Um 1:22 Uhr verschwindet das Flugzeug vom Radar der Luftüberwachung. Die letzte Sichtung durch einen Militärradar erfolgte 02:22 Uhr. Um 07:24 Uhr verkündet Malaysia Airlines, dass sie den Kontakt zu MH370 verloren hat. Die Piloten signalisierten nie Probleme. Vor Vietnam beginnt eine internationale Suche.

9. März 2014: Terrorismus?

Zwei der Passagiere aus dem Iran sollen mit gestohlenen Reisepässen der Europäischen Union (Österreich und Italien) gereist sein. Ein Terroranschlag wird aber ausgeschlossen.

11./14. März 2014: Fernab der Route

Der Krisenstab weitet die Suche auf die Meerenge von Malakka vor Malaysias Westküste aus - fernab der eigentlichen Route. Die Suche konzentriert sich fortan auf den Indischen Ozean - Hunderte Kilometer westlich der ursprünglichen Flugroute.

Im Indischen Ozean wird nach MH370 gesucht. (Foto: ATSB/Geoscience Australia)

Im Indischen Ozean wird nach MH370 gesucht

15. März 2014: Sabotage?

Die Ermittler vermuten Sabotage. Die Boeing sei nach dem letzten Kontakt stundenlang auf neuem Kurs geflogen. Wahrscheinlich wurden Kommunikationssysteme absichtlich abgeschaltet, heißt es.

24. März 2014: Indischer Ozean

Neuen Analysen zufolge ist das Flugzeug in den südlichen Indischen Ozean gestürzt. Das letzte Signal wurde laut malaysischer Regierung westlich der australischen Stadt Perth empfangen.

Chefermittler Martin Dolan: MH370 zuletzt Höchst wahrscheinlich auf Autopilot geflogen. (Foto: ATSB)

Chefermittler Martin Dolan: MH370 zuletzt "Höchst wahrscheinlich" auf Autopilot geflogen

5. April 2014: Funksignale

Ein chinesisches Schiff empfängt ein "pulsierendes Signal". Einen Tag später ortet die australische "Ocean Shield" in einem anderen Seegebiet Funksignale. Die Signale seien nicht von der Blackbox der Boeing, teilt der Koordinator der Suche weniger Tage später mit.

30. April 2014: Luftsuche beendet

Die Suche aus der Luft wird einstellt. Bis zu 60 Schiffen aus 26 Ländern sind an der Suchaktion beteiligt.

27. Mai 2014: Protokolle veröffentlicht

Die Ermittler haben Original-Protokolle des Datenaustauschs zwischen Satelliten und Flugzeug veröffentlicht. Angehörige hatten befürchtet, es könnten ihnen Informationen vorenthalten worden sein.

4. Juni 2014: Unterwasser-Signale

Wissenschaftler wollen nun aufgenommene Unterwassergeräusche analysieren. Unterwasserrekorder hatten vor der australischen Küste zum Zeitpunkt des Verschwindens von Flug MH370 ein schwaches Signal verzeichnet.

26. Juni 2014: Autopilot

Chefkommissar der Australian Transportation Safety Bureau, Martin Dolan, sagt im australischen Parlament, MH370 sei vor dem Absturz "höchst wahrscheinlich" auf Autopilot geflogen.

28. August 2014: Suche weiter südlich

Neueste Auswertungen zu Flug MH370 legen nahe, dass das Flugzeug früher unplanmäßig Richtung Süden abdrehte als bislang angenommen, sagt Australiens Verkehrsminister Warren Truss. Das Suchgebiet westlich von Australien sei nach wie vor relevant, aber möglicherweise sei eine Region weiter südlich von besonderem Interesse.

29. August 2014: Malaysia Airlines

Malaysia Airlines gibt die Entlassung von 6000 Mitarbeitern und somit 30 Prozent der Belegschaft bekannt. Die Fluggesellschaft soll verstaatlicht werden.

Angehörige der Passagiere in China fordern auf dem Transparent: Malaysia Airlines, gib mir meine Familie zurück. (Foto: Reuters)

Angehörige der Passagiere in China fordern auf dem Transparent: "Malaysia Airlines, gib mir meine Familie zurück"

8. September 2014: Kritik an China

Mit einer Trauerzeremonie erinnern dutzende Hinterbliebene an das mysteriöse Verschwinden . Bei einem Treffen im Pekinger Lama-Tempel beklagen sich viele über die "Gleichgültigkeit" der chinesischen Behörden. Die Gedenkfeier wurde von Polizisten in Zivil überwacht. 153 der Menschen an Bord sind Chinesen.

8. Oktober 2014: Datenauswertung geht weiter

Die australischen Behörden geben bekannt, dass um 2:40 Uhr Ortszeit die Bodenstation versucht hat, mit dem Flugzeug via Satellitentelefon Kontakt aufzunehmen. Die nähere Auswertung dieser Daten lasse vermuten, dass die Maschine zu diesem Zeitpunkt in südlicher Richtung flog.

31. Oktober 2014: Klage eingereicht

Zwei Söhne eines malaysischen Passagiers (elf und 13 Jahre alt) reichen Klage gegen Malaysia Airlines und die malaysische Regierung wegen Fahrlässigkeit ein. Ihr Anwalt Gary Chong sagt: "Irgendjemand muss die Verantwortung übernehmen."

Drei Spezialtiefseeforschungsschiffe unterstützen die Suchaktionen.Die Schiffe können mit speziellem Sonar und Unterwasser-Drohnen den bis zu sechs Kilometer tiefen Meeresgrund nach möglichen Wrackteilen absuchen.

23. Dezember 2014: Suche erweitern

Ein Fünftel des Meeresbodens im 60.000 Quadratkilometer großen vermeintlichen Absturzgebiet im Indischen Ozean sei inzwischen abgesucht, teilt die Koordinationsstelle für die Suche in Canberra/Australien mit. Aber gefunden worden sei nichts. Die gesamte Zone soll bis Mai 2015 abgesucht werden.

29. Januar 2015: Entschädigungszahlungen

Malaysia stuft die unaufgeklärte Tragödie offiziell als "Unfall" ein und erklärt die 239 Menschen an Bord für tot. Die Festlegung ebnet den Hinterbliebenen den Weg zu Entschädigungszahlungen.

Polizisten tragen ein zwei Meter langes Flugzeugwrackteil (Foto: AFP)

Polizisten bergen eine Flugzeug-Wrackteil auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean

29. Juli 2015: Erstes Wrackteil taucht auf

Ein auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmtes Flugzeug-Wrackteil stammt nach Angaben der malaysischen Regierung von MH370. "Wir haben jetzt physische Beweise dafür, dass Flug MH370 tragisch im südlichen Indischen Ozean endete", sagt Ministerpräsident Najib Razak. Auch die Pariser Staatsanwaltschaft teilt nach Untersuchungen mit: "Es kann mit Sicherheit gesagt werden, dass das Wrackteil zu Flug MH370 gehört." Die etwa zwei Meter lange Flügelklappe wurde am Strand von Saint-André entdeckt.

24. Januar 2016: Fehlalarm in Thailand

Vermutlich nur die Verkleidung einer japanischen Rakete in Thailand (Foto: Reuters)

Vermutlich nur die Verkleidung einer japanischen Rakete in Thailand

Fischer in Südthailand finden ein großes Trümmerteil am Strand, das zu einem Flugzeug gehören könnte. Medien spekulieren, dass das zwei mal drei Meter große weiße Trümmerstück zu MH370 gehören könnte. Experten halten es allerdings für praktisch ausgeschlossen, dass ein Teil von der angenommenen Absturzstelle westlich von Australien bis nach Thailand gedriftet sein könnte.

02. März 2016: Möglicherweise weiteres Wrackteil in Mosambik entdeckt

Ein US-Tourist findet ein etwa ein Meter langes Trümmerteil, das nach Angaben des malaysischen Verkehrsministers Liow Tiong Lai mit "hoher Wahrscheinlichkeit" zum rechten Höhenleitwerk einer Boeing 777 gehört. Ende März stellen auch Australiens Behörden fest, dass "die Trümmerteile fast mit Sicherheit von MH370 stammen."

Fast mit Sicherheit stammt das in Mosambik gefundene Wrackteil von MH370. (Foto: Reuters)

"Fast mit Sicherheit" stammt das in Mosambik gefundene Wrackteil von MH370

08. März 2016: Enttäuschender Bericht und Klage

Zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden von MH 370 veröffentlichen die Ermittler lediglich ein dreiseitiges Dokument. Darin gehen sie nicht auf Unglückstheorien ein und geben keine Einzelheiten aus der Untersuchung des bislang einzigen eindeutig identifizierten Trümmerteils preis. Die Opferfamilien sind enttäuscht.

Am gleichen Tag reichen Hinterbliebene in den USA eine Klage gegen den Flugzeugbauer Boeing ein. Die Familie des US-Passagiers Philip Wood argumentiert in der Anklageschrift, dass eine Technologie gefehlt habe, um die Boeing 777 in Echtzeit zu lokalisieren. Zudem seien die Flugschreiber unter Wasser nicht zu orten gewesen.

22. März 2016: Weitere Trümmer in Afrika

Ein weiteres Teil in Südafrika gefunden (Foto: Reuters)

Ein weiteres Teil in Südafrika gefunden

Ein Archäologe findet an der südafrikanischen Küste ein weiteres verdächtiges Wrackteil. Er hat nach eigenen Angaben das Logo des Turbinenherstellers Rolls-Royce auf der Unterseite des Bauteils gesehen. Eine Woche später entdeckt ein anderer Strandgänger auf der Insel Rodrigues, die zu Mauritius gehört, weitere Teile. Ende Mai stellen die Ermittler fest, dass das Teil der Triebwerksverkleidung einer Boeing 777 der Malaysia Airlines zugeordnet werden kann.

20. Arpil 2016: Bergung des "Schleppfischs"

Bei der Ortung der vermissten Boeing 777 setzen die Suchmannschaften ein ferngesteuertes Unterwasservehikel namens "Schleppfisch" (towfish) ein. Er geht nach einem Kabelriss unter, kann aber später mit Hilfe der Sonar- und Video-Ausrüstung aus 3700 Metern Tiefe geborgen worden.

11. Mai 2016: Deutsche Forscher vermuten Absturzort weiter nördlich

Nach Einschätzung von deutschen Meeresforschern ist MH370 nördlich des bisher angenommenen Suchgebiets in den Indischen Ozean gestürzt. Unter Leitung des Kieler Zentrums für Ozeanforschung hat ein Wissenschaftlerkonsortium mit Computersimulationen die neue Analyse erarbeitet. Sämtliche an den Küsten des südwestlichen Indischen Ozeans gefundene Wrackteile passen in die Berechnung.

10. Juni 2016: Weiteres Teil in Madagaskar gefunden?

Ein Hobby-Detektiv entdeckt in Madagaskar weitere Trümmerteile. Der Amerikaner Blaine Gibson ist auf eigene Faust unterwegs, um das Geheimnis von Flug MH370 zu lüften. Die australische Transportsicherheitsbehörde (ATSB) sagt, "das Material könnte von MH370 stammen." Bei dem Fundstück könnte es sich um einen Flugzeugsitz handel, vielleicht die Umrandung eines Bildschirms. An der Ecke ist ein Knopf zu sehen. Darauf steht "Coat Hook" (Mantelhaken).

25. Juni 2016: Mutmaßliches Teil vor Tansania gefunden

Vor der Küste Tansanias wird womöglich ein größeres Trümmerteil gefunden. Das auf der Pemba-Insel nördlich von Sansibar entdeckte Trümmerteil wäre das bisher größte des seit März 2014 vermissten Flugzeugs. Fotos sind in den sozialen Medien aufgetaucht. Ob die Teile tatsächlich zu MH370 gehören, ist noch unklar.

23. Juli 2016: Neue Theorie über die Ursache

Der Kapitän von MH370 soll die vermutete Route des Passagierjets über dem südlichen Indischen Ozean wenige Wochen vor dem Unglück am Flugsimulator geübt haben, berichtet das "New York Magazine" unter Berufung auf vertrauliche Ermittlungsunterlagen der Polizei in Malaysia. Demnach hat die US-Bundespolizei FBI auf Bitten der malaysischen Behörden die Festplatte des Flugsimulators untersucht, den sich der Pilot zu Hause eingerichtet hatte. Dem FBI sei es gelungen, gelöschte Daten von der Festplatte wiederherzustellen. Die Analyse ergab, dass der Kapitän weniger als einen Monat vor dem Verschwinden von MH370 eine Strecke simulierte, die weit über den südlichen Indischen Ozean gereicht habe.

04. Dezember 2016: Angehörige suchen auf eigene Faust

1000 Tage nach dem Verschwinden der Malaysia-Airlines-Maschine geben die Angehörigen der Insassen nicht auf. Jetzt wollen sie an der Küste Madagaskars nach weiteren Wrackteilen suchen.

17.01.2017: Unterwassersuche eingestellt

Die Koordinierungsstelle im australischen Sydney teilt mit, dass die Entscheidung "nicht leichtfertig getroffen worden und auch nicht ohne Trauer" sei. Der malaysische Verkehrsminister Liow Tiong Lai sagt, die Hoffnung, das Flugzeugwrack noch zu finden, erfüllt sich nicht.

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