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Nahost

Chronik des Zwischenfalls am Schatt el Arab

Knapp zwei Wochen nach ihrer Festnahme im Grenzgewässer mit dem Irak hat Teheran die 15 britischen Marineangehörigen freigelassen und damit eine internationale Krise beendet. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Der Grenzverlauf im Schatt el Arab ist umstritten

Die Briten waren am 23. März 2007 bei einer Patrouille im irakisch-iranischen Grenzgewässer Schatt el Arab festgenommen worden. London hatte stets Teherans Vorwurf zurückgewiesen, dass die Briten in iranisches Hoheitsgewässer eingedrungen seien.

23. März: Die britische Regierung teilt mit, dass 15 Marinesoldaten und Seeleute bei einem Routineeinsatz in irakischen Gewässern vom Iran gefangen genommen wurden. London fordert die sofortige Freilassung der Briten und eine vollständige Aufklärung des Vorfalls. Teheran versichert, dass die Briten in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien.

24. März: Teheran wirft den britischen Marineangehörigen vor, wissentlich in iranische Gewässer eingedrungen zu sein und damit gegen internationale Regeln verstoßen zu haben.

27. März: Großbritannien fordert einen umgehenden konsularischen Zugang zu den britischen Gefangenen. Das Auswärtige Amt in Berlin bestellt den iranischen Botschafter ein, um erneut die sofortige Freilassung der Briten zu fordern.

28. März: London friert seine diplomatischen Beziehungen zu Teheran ein. Das iranische Fernsehen zeigt Bilder der britischen Gefangenen. Die einzige Frau unter ihnen, Faye Turney, gibt demnach in einem Brief zu, in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. London beharrt unter Verweis auf Dokumente darauf, dass die 15 Briten auf irakischem Gebiet festgesetzt wurden.

29. März: Turney spricht sich laut iranischem Fernsehen in einem weiteren Brief für einen britischen Rückzug aus dem Irak aus. Der Iran stellt eine Freilassung der Britin in Aussicht, nimmt davon jedoch wegen der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats durch London wieder Abstand. Der UN-Sicherheitsrat fordert eine "rasche Lösung".

30. März: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad fordert eine Entschuldigung Großbritanniens. Turney schreibt laut iranischen Angaben in einem dritten Brief, "der US- und britischen Politik geopfert" worden zu sein. Ein weiterer britischer Marine-Angehöriger räumt im iranischen Fernsehen ein, in iranische Gewässer eingedrungen zu sein.

31. März: Großbritannien sendet eine diplomatische Note an den Iran, offenbar als Antwort auf eine entsprechende Depesche aus Teheran vom 29. März. US-Präsident George W. Bush sagt, Teheran habe die Briten als "Geiseln" genommen.

1. April: Vor der britischen Botschaft in Teheran demonstrieren rund 200 Studenten für eine Verurteilung der Briten. Im iranischen Fernsehen geben zwei weitere Briten ein Eindringen in iranische Hoheitsgewässer zu.

2. April: Das iranische Fernsehen strahlt Bilder aller 15 britischen Gefangenen aus und berichtet, alle hätten die iranischen Anschuldigungen bestätigt. Die iranischen Behörden teilen mit, dass sie auf diplomatischen Weg nach einer Lösung suchen und ein Prozess gegen die Briten nicht notwendig sei.

3. April: Die britische Regierung leitet nach iranischen Angaben diplomatische Gespräche mit dem iranischen Außenministerium ein. Premierminister Tony Blair sagt: "Die nächsten zwei Tage sind entscheidend."

4. April: Ahmadinedschad gibt die "Begnadigung" der 15 britischen Marineangehörigen bekannt und empfängt sie nach ihrer Freilassung.