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Nahost

Chronik des Irak-Krieges

Der jüngste Irak-Krieg begann am 20. März 2003, als die USA und ihre Verbündeten am frühen Morgen Bagdad angriffen. Was geschah in den sechs Kriegswochen? Eine Chronik.

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Donnerstag, 20. März: Nach Ablauf eines Ultimatums an den irakischen Diktator Saddam Hussein greifen die USA um 3.33 Uhr mitteleuropäischer Zeit Bagdad aus der Luft an. Am Abend beginnen US-Marines von Kuwait aus die Invasion zu Lande. Bagdad wird nun täglich Ziel von Luftangriffen. Die Weltgemeinschaft reagiert gespalten auf den Beginn des Krieges. Weltweit demonstrieren - wie auch in den folgenden zwei Wochen - Hunderttausende gegen den Krieg.

Freitag, 21. März: Alliierte Truppen melden, sie hätten die irakische Hafenstadt Umm Kasr und die strategisch wichtige Halbinsel Fau weitgehend unter ihrer Kontrolle. In Nord-Kuwait gibt es bei einem Hubschrauberabsturz die ersten Toten auf alliierter Seite. Am Abend beginnen die USA mit einem Großangriff die angekündigte schwere Bombardierung Bagdads.

Nachtbild vom Bombenangriff auf Bagdad (mit Galeriebild)

Nachtbild von einem Bombenangriff auf Bagdad

Samstag, 22. März: Die Luftangriffe werden fortgesetzt - nun auch tagsüber. Alliierte Truppen melden die Eroberung von zwei Flugfeldern im Westen des Landes und dringen bis zur Stadt Nasirija etwa 300 Kilometer südöstlich von Bagdad vor.

Sonntag, 23. März: Der Vormarsch der Alliierten auf Bagdad gerät bei Nasirija und Kerbela durch heftige irakische Gegenwehr ins Stocken. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld protestiert gegen irakische TV-Bilder von gefangenen US-Soldaten. Erstmals gibt es in den westlichen Medien massive Zweifel an einem schnellen Sieg der Alliierten.

Montag, 24. März: Heftige Kämpfe in Nadschaf am Fluss Euphrat sowie in Basra. Auch im schon erobert gemeldeten Umm Kasr gibt es Gefechte. Saddam ruft die Iraker im Fernsehen zum Widerstand auf. Die Arabische Liga fordert den sofortigen Abzug der alliierten Truppen. Die Vereinten Nationen (UN) und Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe, da die alliierten Bombenangriffe die Strom- und Wasserversorgung des Landes teilweise unterbrechen.

Britische Soldaten im Sandsturm

Britische Soldaten im Sandsturm

Dienstag, 25. März: Schwere Sandstürme behindern den Vormarsch alliierter Bodentruppen. US-Präsident George Bush beantragt für den Krieg 75 Milliarden Dollar und dämpft Hoffnungen auf einen schnellen Sieg.

Mittwoch, 26. März: Siebter Kriegstag - die irakische Führung bezeichnet den Vormarsch der Alliierten als vorläufig gestoppt. Bei Explosionen in einem Wohnbezirk von Bagdad sterben mindestens 15 Zivilisten.

Donnerstag, 27. März: Bagdad ist wieder Ziel schwerer Bombenangriffe. Die irakische Führung kündigt eine blutige Schlacht um die Hauptstadt und einen Guerillakrieg an.

Rede von Präsident George Bush in Washington

US-Präsident George W. Bush

Freitag, 28. März: US-Fallschirmjäger besetzen im Kurdengebiet des Nordirak einen Flugplatz und beginnen mit dem Aufbau einer Nordfront. Bagdad erlebt die schwersten Bombardierungen seit Kriegsbeginn. Die USA wollen bis zu 100.000 zusätzliche Soldaten an den Golf schicken.

Samstag, 29. März: Ein Iraker sprengt sich in der Nähe der Stadt Nadschaf mit einer Autobombe in die Luft und reißt vier US-Soldaten mit in den Tod. Iraks Vize-Präsident Taha Jassin Ramadan kündigt weitere derartige Attacken an.

Sonntag, 30. März: Das US-Verteidigungsministerium weist Berichte zurück, wonach es Nachschubprobleme gebe. Die Fernsehsender CNN und BBC berichten über 6000 heimkehrende Exil-Iraker, die auf Seiten der irakischen Truppen kämpfen wollen.

Festnahme von Iraker bei einer Brücke

Soldaten kontrollieren einen Iraker Ende März 2003 an einer Brücke

Montag, 31. März: In der Nähe von Bagdad gibt es die ersten Gefechte von US-Truppen mit der Republikanischen Garde, Saddams Elitetruppe. Aus Angst vor einem Selbstmordangriff töten US-Soldaten an einer Straßensperre bei Nadschaf mindestens sieben irakische Zivilisten. Der Vorfall gilt als schwerer Schlag für das Bemühen der Alliierten, das Vertrauen der Zivilbevölkerung zu gewinnen.

Dienstag, 1. April: Britische Einheiten ziehen den Ring um die südirakische Stadt Basra enger und erobern einen Vorort. In Nasirija bringen die Amerikaner laut dem US-Sender CNN größere Teile der Stadt unter ihrer Kontrolle. Saddam Hussein ruft die Iraker zum "Heiligen Krieg" gegen die USA und ihre Verbündeten auf.

Mittwoch, 2. April: Die USA leiten möglicherweise die entscheidende Phase zum Angriff auf Bagdad ein. Laut dem britischen Sender BBC stehen ihre Truppen nur noch 30 Kilometer vor der irakischen Hauptstadt, in anderen Medienberichten ist von 50 Kilometern die Rede. US-Einheiten leiten zugleich bei Kerbela eine umfangreiche Bodenoffensive ein.

Flughafen Bagdad Saddam International Airport Gefecht Irak

US-Soldaten während der Kämpfe um den Flughafen Bagdad am 4. April 2003

Donnerstag, 3. April: Der 15. Kriegstag - US-Soldaten erreichen den Flughafen Bagdads und greifen ihn an. Bereits am nächsten Tag nehmen die alliierten Truppen den strategisch wichtigen Flughafen ein. In der Millionenstadt Bagdad fällt zum ersten Mal seit Kriegsbeginn der Strom aus.

Sonnabend, 5. April: US-Marineinfanteristen dringen ins Zentrum Bagdads vor. Die UN wollen über zukünftige Rolle beim Wiederaufbau des Irak diskutieren, doch die USA lehnen dies zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Sonntag, 6. April: Nach eigenen Angaben haben US-Truppen die irakische Hauptstadt Bagdad vollständig eingeschlossen. Aus der von Briten besetzen Stadt Basra werden Plünderungen gemeldet.

Montag, 7. April: US-Soldaten dringen in Paläste Saddams in Bagdad ein. Der Ex-Machthaber und die Regierungsmitglieder sind verschwunden. Das Saddam-Regime scheint gestürzt worden zu sein. Der deutsche Journalist Christian Liebig wird bei einem irakischen Angriff bei Bagdad getötet.

Dienstag, 8. April: Durch US-Beschuss sterben drei weitere Reporter, zwei von ihnen im Bagdader Journalistenhotel "Palestine". US-Präsident Bush und der britische Premierminister Tony Blair räumen den Vereinten Nationen eine "vitale Rolle" in der Nachkriegszeit ein.

JAHRESRÜCKBLICK 2003 APRIL IRAK USA

Am 9. April 2003 wird eine Saddam-Statue in Bagdad vom Sockel geholt

Mittwoch, 9. April: Bagdad fällt. Zur befürchteten großen Schlacht oder zu irakischen Giftgasangriffen ist es nicht gekommen. Ein US-Panzer reißt eine Saddam-Statue von ihrem Sockel. In der Hauptstadt kommt es zu Plünderungen.

Donnerstag, 10. April: Die Ölstadt Kirkuk wird von US-Spezialkräften und Truppen der Kurden eingenommen. Das Bagdader Nationalmuseum wird geplündert.

Freitag, 11. April: In den von den alliierten Soldaten besetzten Städten gibt es Plünderungen. Die Truppen greifen nach Ansicht von Hilfsorganisationen zu zögerlich ein. Die Stadt Mosul fällt.

Montag, 14. April: Am 26. Kriegstag erobern US-Truppen und kurdische Kämpfer Tikrit, die letzte größere Stadt des Irak und Geburtsort von Saddam.

Dienstag, 15. April: In der Nähe der Stadt Nasirija halten die USA eine erste Regionalkonferenz mit rund 60 Regimegegnern zur Nachkriegsordnung ab. Unruhen in der Stadt Mosul fordern mindestens zehn Tote.

UN Generalsekretär Kofi Annan zu Irak

UN-Generalsekretär Kofi Annan zur Lage im Irak

Donnerstag, 17. April: Zwischen den USA und den Vereinten Nationen bahnt sich ein Streit darüber an, ob die UN-Wirtschaftssanktionen gegen den Irak aufgehoben werden sollen, oder nicht.

Samstag, 19. April: US-Soldaten nehmen den ehemaligen irakischen Finanzminister fest. Die Nachbarländer des Irak fordern die USA und Großbritannien auf, das besetzte Land zu verlassen.

Dienstag, 22. April: Der 34. Tag des Kriegs - die Debatte zwischen dem UN-Sicherheitsrat und den USA, wer im Irak für den Wiederaufbau zuständig sein soll, hält.

Powell

US-Außenminister Colin Powell im März 2003

Mittwoch, 23. April: US-Außenminister Colin Powell droht Frankreich mit "Konsequenzen" für seine Anti-Kriegsposition. Auf einer Massenpilgerreise in die irakische Stadt Kerbela werden anti-amerikanische Töne laut.

Donnerstag, 1. Mai: US-Präsident George W. Bush erklärt die Hauptkampfhandlungen im Irak für beendet. Eine Erklärung über das Ende des Krieges ist das nicht. (kap)