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Europa

Chronik der Erdbeben in Italien

Italien liegt an einer Schnittstelle tektonischer Platten. Unter dem Apennin stoßen die afrikanische und die eurasische Platte aufeinander. So hat es in der Historie bereits zahlreiche Erdbeben-Katastrophen gegeben.

Karte von Mittelitalien mit der Hauptstadt Rom und dem aktuellen Erdbebengebiet rund um L'Aquila (DW-Grafik: Peter Steinmetz)

Mittelitalien wurde schon häufig von Erdstößen erschüttert

Experten weisen darauf hin, dass in Mittelitalien im Schnitt alle zehn Jahre mit einem Erdbeben der Stärke 6 und mehr auf der Richterskala gerechnet werden muss. Im Folgenden eine Chronik der verheerendsten Beben in den vergangenen 100 Jahren:

31. Oktober 2002: Bei einem Erdbeben in der mittelalterlichen Kleinstadt San Giuliano di Puglia kommen 30 Menschen ums Leben. Bei Erdstößen der Stärke 5,4 bricht das Gebäude einer Grundschule zusammen, unter den Toten sind 27 Erstklässler und eine Lehrerin.

26. September 1997: Ein Erdbeben der Stärke 5,7 erschüttert die Apenninen-Regionen Umbrien und Marken. Etwa 9000 Gebäude werden beschädigt. Betroffen ist auch die berühmte Basilika von Assisi. Zwölf Menschen sterben unter den Trümmern oder durch Herzinfarkte.

13. Januar 1990: Bei Erdstößen der Stärke 5,9 kommen 19 Einwohner in Ost-Sizilien ums Leben. 500 Personen werden obdachlos. Besonders betroffen sind Syrakus und Carlentini.

11. Mai 1984: Drei Menschen sterben, als in L'Aquila und benachbarten Provinzen die Erde bebt. Bei den Erdstößen der Stärke 5,2 werden 27.000 Menschen Personen obdachlos. Rund 150 historische Baudenkmäler, darunter viele Kirchen, werden schwer beschädigt.

23. November 1980: In Neapel und zahlreichen Orten der Region Kampanien sterben rund 3000 Personen bei einem Erdbeben der Stärke 6,5. Rund 30.000 Menschen werden obdachlos.

6. Mai 1976: Ein verheerendes Beben der Stärke 6,5 kostet rund 980 Menschen in der Region Friaul im Nordosten des Landes das Leben. Besonders schwer verwüstet wird Valneria.

13. Juli 1930: Ein Beben der Stärke 6,5 reißt in Kampanien über 1400 Menschen mit in den Tod.

13. Januar 1915: Bei dem verheerendsten Erdbeben in der Region Abruzzen sterben rund 29.000 Menschen. Das Beben erreichte eine Stärke von 7,5.

28. Dezember 1908: Bei dem Beben an der Straße von Messina, der Meerenge zwischen Kalabrien und Sizilien, kommen mehr als 80.000 Menschen ums Leben. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,5.

8. September 1905: Kalabrien wird durch ein Erdbeben der Stärke 7,9 erschüttert. Es sterben mehr als 550 Menschen.

Jährlich 50.000 Beben weltweit der Stärke drei bis vier

Eine Hand zeigt auf eine Graphik, die die Stärke von Erdstößen darstellt (Foto: AP)

Die Magnitude kennzeichnet die Stärke der Bodenbewegung

Die Stärke von Erdbeben wird mit einer Ziffer angegeben. Der Wert - die Magnitude - kennzeichnet die Stärke der Bodenbewegung. Jeder Punkt bedeutet etwa eine Verzehnfachung der Bebenstärke. So ist ein Beben der Stärke 6,0 etwa zehn Mal so stark wie eines der Magnitude 5,0. Spürbar sind Beben in der Regel ab einer Stärke zwischen 4 und 5. Bei einer Stärke von 6 und mehr kommt es häufig zu größeren Schäden und Toten. Bei Erdstößen von der Stärke acht wird von Groß-Beben gesprochen.

Weltweit ereignen sich jährlich rund 50.000 Beben der Stärke drei bis vier. Jährlich 800 Beben erreichen die Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Beben die Stärke acht. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben wurde 1960 in Chile gemessen. Es hatte eine Magnitude von 9,5. (kis/je/dpa/ap/afp)

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