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Deutschland

Chronik: Bundestagswahlen von 1949 bis 2002

Im September wurde ein neuer Bundestag gewählt, es ist der 16. seit Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949. Heinz Dylong wirft einen Blick zurück auf die wechselvolle Geschichte der Bundestagswahlen.

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Von Adenauer bis Kohl: Die Kanzler in der deutschen Nachkriegs-Geschichte


Im August 1949 konnten die volljährigen Bürger Westdeutschlands erstmals seit dem Ende der Weimarer Republik wieder ein Zentralparlament in freien Wahlen bestimmen. Am Vorabend der Wahl rief Wilhelm Kaisen, der Senatspräsident Bremens, die Bürger zur Wahl auf: "Morgen müssen alle Wahlberechtigten an die Wahlurne treten und zum ersten Bundestag wählen. Keiner darf fehlen, wer jetzt nicht wählt, hat bekanntlich später auch kein Recht zum Schimpfen."

Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer

Konrad Adenauer auf einem Archivbild vom September 1949

Nahezu vier Fünftel der Wahlberechtigten wollten sich das Recht zum Schimpfen nicht nehmen lassen und fanden den Weg zu den Urnen - mit 31 Prozent schnitten CDU und CSU am besten ab, kaum zwei Prozentpunkte vor der SPD, für die gleichwohl eine 17jährige Oppositionszeit begann. Erster Bundeskanzler wurde der CDU-Vorsitzende Konrad Adenauer. Bei seiner Wahl im Bundestag erreichte er die denkbar knappste Mehrheit von einer Stimme. Sie beruhte auf der Koalition von CDU/CSU, FDP und der betont konservativen Deutschen Partei (DP).

Die Ära Adenauer

Adenauer ging es nicht zuletzt um die Festigung der Marktwirtschaft und um die Integration der Bundesrepublik ins westliche Lager. Ein Vorhaben, dem er letztendlich den Vorrang vor der deutschen Wiedervereinigung einräumte. Wesentlicher Schritt der Westintegration war der 1955 vollzogene Eintritt der Bundesrepublik in die Nato. Zwei Jahre zuvor war die Regierung Adenauer bei der Bundestagswahl nachdrücklich bestätigt worden. Gut 45 Prozent konnten CDU und CSU verbuchen.


Bundeskanzler Adenauer besucht Streitkräfte

Adenauer besucht 1957 die Truppe des Heeres, der Luftwaffe und der Marine in der ersten Garnisionsstadt der neuen deutschen Streitkräfte, in Andernach am Rhein.

Adenauer bildete wiederum eine Koalitionsregierung, in der neben FDP und DP auch der Gesamtdeutsche Block - eine Partei, die sich vor allem den Vertriebenen verpflichtet fühlte - vertreten war. Der komfortablen Regierungsmehrheit stand eine leicht geschwächte SPD gegenüber. Sie zog auch bei der Bundestagswahl 1957 mit Abstand den Kürzeren. Zwar begann in diesem Jahr ihr bis 1972 anhaltender regelmäßiger Stimmenzuwachs, doch die CDU/CSU errang mit dem Wahlslogan "Keine Experimente" die absolute Mehrheit - ein von keiner Partei bei Bundestagswahlen je wiederholtes Ergebnis.

CDU Wahlplakat zur Bundestagswahl 1961

'Auch morgen in Freiheit leben' -Plakat der CDU zur Bundestagswahl 1961

Ein Wahlslogan spielte auch bei der Wahl 1961 eine wichtige Rolle. Die FDP hatte sich zwar auf eine Koalition mit der CDU/CSU festgelegt, wollte diese aber ohne Konrad Adenauer bilden. Zwar kam es zum Regierungsbündnis - die Union hatte die absolute Mehrheit verloren - jedoch hieß der Kanzler weiterhin Adenauer. Vorläufig, denn er hatte im Zuge der Koalitionsverhandlungen zugesagt, vorzeitig zurückzutreten.

Auf der Seite der SPD-Opposition - der Bundestag war nur noch ein Drei-Parteien-Parlament - hatten sich inzwischen ebenfalls einschneidende Veränderungen vollzogen. Mit ihrem Godesberger Programm von 1959 hatte die Partei auch in der Programmatik, wie schon längst in ihrer politischen Praxis, Abschied von den verbliebenen marxistischen Elementen genommen. Und 1960 folgte der außenpolitische Kurswechsel. Der bislang als Hindernis für die deutsche Wiedervereinigung abgelehnte Nato-Beitritt wurde nunmehr auch von den Sozialdemokraten akzeptiert.

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