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Afrika

Chronik: 50 Jahre afrikanische Einheit

Flaggen der AU-Mitglieder vor dem Sitz der Organisation in Addis Abeba, Äthiopien (Foto: Xinhua)

Flaggen der AU-Mitglieder

1963

25. Mai: 30 unabhängige afrikanische Staaten rufen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) ins Leben. Ihr Ziel: Die Einheit des Kontinents sowie die Souveränität und territoriale Integrität ihrer Mitglieder. Im gleichen Jahr gründet die OAU in Tansania ein sogenanntes "Befreiungskomitee", das den Kampf gegen die weiße Minderheitsherrschaft in Namibia und der Republik Südafrika unterstützt.

1976

Ugandas Militärherrscher Idi Amin lässt sich zum Präsidenten auf Lebenszeit ernennen. Amins brutale Gewaltherrschaft mit bis zu 400.000 Opfern führt die OAU-Politik der Nichteinmischung ad absurdum.

1980

In Nigeria verabschiedet die OAU den "Aktionsplan von Lagos". Er soll die regionale Kooperation stärken und den Grundstein für eine afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft legen. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht erzielt.

1985

Marokko tritt offiziell aus der Staatengemeinschaft aus - als Protest gegen die Aufnahme der "Demokratischen Arabischen Republik Sahara" (auch: Westsahara) in die OAU im Jahr 1982. Die Rebellenbewegung Frente Polisario hatte einseitig seine Unabhängigkeit von Marokko erklärt, die Republik ausgerufen und eine Exilregierung gegründet.

1989

Die "Afrikanische Menschen- und Völkerrechtskommission" der OAU nimmt ihre Arbeit auf.

1991

Die OAU-Staaten gründen die "Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft" (AEC) - mit dem Ziel, bis 2025 einen einheitlichen afrikanischen Wirtschaftsraum zu schaffen. Das Vorbild: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, der Vorläufer der Europäischen Union.

18. AU-Gipfel in Addis Abeba (Foto: Xinhua/AP/dapd)

AU-Gipfel in Addis Abeba

1994

Nach dem Ende des Apartheidsregimes wird auch die Republik Südafrika in die Staatengemeinschaft aufgenommen.

1999

Auf einem Sondergipfel in Sirte (Libyen) regt die OAU auf Initiative des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddhafi die Gründung einer Afrikanischen Union an - eines Staatenbundes mit gemeinsamen politischen Zielen, vergleichbar mit der Europäischen Union.

2000

Aufbruch in eine neue Ära: Auf ihrem Treffen in Lomé im westafrikanischen Togo unterzeichnen die Staats- und Regierungschefs der OAU die Gründungscharta der Afrikanischen Union (AU). Laut Artikel 30 sollen Regierungen, die verfassungswidrig an die Macht gekommen sind, aus dem Bündnis ausgeschlossen werden.

2001

Die OAU heißt jetzt offiziell Afrikanische Union und hat inzwischen 53 Mitglieder. Wegen des noch immer andauernden Westsahara-Konflikts tritt Marokko der AU nicht bei. Während einer zweijährigen Übergangszeit bestehen OAU und AU noch nebeneinander. Hauptorgane der Afrikanischen Union sind die Versammlung der Staats‐ und Regierungschefs und der jährlich wechselnde Vorsitzende. Die "Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft" wird Teil der AU.

2002

In Durban (Südafrika) tagt der Gründungskongress der AU. Sitz der Organisation bleibt Addis Abeba (Äthiopien).

2003

Die AU bekommt einen Sicherheitsrat nach dem Vorbild der Vereinten Nationen. Das Gremium besteht aus 15 gewählten Vertretern der Mitgliedstaaten und kann Militärinterventionen und Friedenseinsätze in Afrika durchführen - auch gegen den Willen einzelner Mitgliedstaaten.

Das neu erbaute Hauptquartier der AU in Addis Abeba (Foto: dpa)

Neues AU-Hauptquartier in Addis Abeba

2004

Die AU eröffnet das "Panafrikanische Parlament" mit Sitz in Midrand (Südafrika). Ihm gehören inzwischen 265 gewählte Vertreter aus den Mitgliedstaaten an. Das Gremium soll die Politik und die Ziele der AU umsetzen, Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung fördern. Das Parlament hat nur beratende Funktion, noch keine Gesetzgebungsbefugnisse. Im gleichen Jahr schickt die AU im Rahmen ihrer Missionen AMIS (African Union Mission in Sudan) und UNAMID (United Nations Mission in Darfur) Truppen in die sudanesische Krisenregion Darfur.

2005

Das international nicht als Staat anerkannte Somaliland, das den Nordteil Somalias umfasst, stellt einen Antrag auf Mitgliedschaft in der AU. Eine Aufnahme in die Organisation ist allerdings nicht in Sicht.

Das nordwestafrikanische Mauretanien wird nach einem Militärputsch vorübergehend ausgeschlossen. Nach erfolgreichen Wahlen wird das Land 2007 wieder zugelassen, nach einem erneuten Coup d'Etat 2008 erneut zeitweise suspendiert.

2006

In seiner Resolution 1725 autorisiert der UN-Sicherheitsrat die Entsendung der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM). Bis Ende 2012 werden die die Truppen zum Schutz der somalischen Regierung aufgestockt - auf 17.000 Soldaten.

2009

Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi wird AU-Präsident - als Ergebnis des Rotationsprinzips der Organisiation. Während seines Vorsitzes wirbt er vehement für seine Vision der "Vereinigten Staaten von Afrika". Vor allem Südafrika lehnt das Konzept ab.

2012

Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma wird als erste Frau in der Geschichte des Bündnisses an die Spitze der AU‐Kommission gewählt. Es ist das höchste Amt im Bündnis.

2013

Die AU hat 54 Mitglieder - das sind alle afrikanischen Staaten außer Marokko. Die Westsahara ist Vollmitglied der AU, aber kein Mitglied der UN und kein allgemein anerkannter Staat - auch von den meisten AU-Mitgliedern wird die Region nicht als Staat anerkannt. Die Mitgliedschaft der Zentralafrikanischen Republik liegt nach einem Militärputsch im März auf Eis. Auch Guinea-Bissau und Madagaskar sind nach wie vor suspendiert.

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