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Deutschland

Christopher Street Day in Berlin feiert Ehe für alle

In der Bundeshauptstadt hat der schwul-lesbische Demonstrationszug anlässlich des Christopher Street Day die Einführung der Ehe für alle in Deutschland gefeiert. Hunderttausende Menschen kamen zu dem Umzug.

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Zehntausende feiern den CSD in Berlin

Regenbogenfarben, Lack, Leder, Konfetti und "Brautpaare": Mit einem bunten Freuden- und Protestzug ist der Umzug zum Christopher Street Day (CSD) durch Berlin gezogen.

Unter dem Motto "Mehr von uns - jede Stimme gegen Rechts" führte die 39. Parade der Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen quer durch die Innenstadt vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor. Dort begann zum Finale eine große Party mit buntem Musikprogramm.

Werben für Weltoffenheit und Toleranz

Sie wollten weiter für die völlige Gleichberechtigung und Akzeptanz in allen Lebensbereichen demonstrieren, erklärten die Organisatoren einen Tag nach der Unterzeichnung des Gesetzes zur Ehe für alle durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Ehe für alle sei ein Grund zum Feiern, es gebe aber noch genug zu tun. Neben der klaren Absage an Rechtspopulismus und Rechtsextremismus habe der Umzug zum Christopher Street Day der Forderung nach der weltweiten Achtung der Menschenrechte Nachdruck verleihen sollen.

Angemeldet waren zu dem CSD-Umzug fast 60 Motivwagen. Mehr als eine halben Million Besucher jeglicher geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung aus aller Welt, begleiteten die bunte Parade, die bei schönem Wetter und Sonnenschein begann und am Nachmittag mit Gewitter und extremen Wolkenbrüchen konfrontiert war.

Erinnerung an NS-Opfer zum CSD-Auftakt

Der Auftakt des Christopher-Street-Days in Berlin widmete sich dem Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. Es sei eine langjährige Tradition, vor dem eher lauten und fröhlichen CSD innezuhalten und der verfolgten Homosexuellen zu gedenken, sagte der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), Ulrich Keßler, bei Veranstaltung. Zum Unrecht gehöre auch, dass die Verfolgung schwuler Männer nach 1945 fortgesetzt worden sei.

Homosexualität wurde im Nationalsozialismus als angeblich "widernatürliche Veranlagung" verfolgt. 1935 verschärften die Nazis die Strafbestimmungen gegen Schwule. In den folgenden Jahren wurden nach LSVD-Angaben etwa 100.000 homosexuelle Männer polizeilich erfasst, 50.000 wurden verurteilt. Etwa 10.000 homosexuelle Männer wurden nach Verbüßung ihrer Haftstrafe in Konzentrationslager verschleppt, die viele von ihnen nicht überlebten.

qu/stu (dpa, epd)

 

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