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Politik

"Christlich-zionistische Verschwörung"

Die arabische Presse beschäftigt sich am Donnerstag (24.4.2003) mit der US-Politik im Nahen Osten und den Konsequenzen für die arabische Welt.

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Die USA fürchteten derzeit um ihre internationale Vormachtstellung, meint die offiziöse ägyptische Zeitung AL-AHRAM. Das Blatt schreibt:

"Die einflussreiche Rechte in Washington hat schon in den 1990-er Jahren festgestellt, dass China und ein vereintes Europa den USA ihre Vormachtstellung in der Welt streitig machen könnten. Nun versuchen die Amerikaner, mit militärischen Mitteln ihre Führungsrolle zu festigen. Große Regional-Kriege könnten das Ergebnis sein. Internationale Sicherheit und Stabilität hängen nun davon ab, ob man es schafft, zur Diplomatie und zum uneingeschränkten Machtmonopol der Vereinten Nationen zurückzukehren."

Die in London erscheinende überregionale Zeitung AL-HAYAT meint hingegen, hinter der derzeitigen Nahost-Politik stünde eine Verschwörung christlich-fundamentalistischer und zionistischer Kreise. Wörtlich heißt es hier:

"Der Krieg gegen den Irak und die Drohungen gegen Syrien sind ein Teil der amerikanisch-israelischen Doktrin im Nahen Osten, die lautet: 'Wir haben die Vormacht, ihr sollt euch fügen.' US-Präsident Bush und Israels Premier Scharon haben den Weg des Krieges eingeschlagen, um ihren eigenen Frieden zu finden - und nicht um eine Friedens-Lösung für alle in der Region zu erreichen. Christliche Fundamentalisten und internationale Zionisten haben sich verschworen, um einer Macht zum Sieg zu verhelfen, die sich über den Willen der Völker stellt. Auf die nun entstehenden Aggressions-Kriege reagieren die arabischen Regierungen wie gelähmt. Nun müssen sich die Völker selbst dagegen wehren."

Zum Widerstand der arabischen Völker gegen die USA ruft auch die konservative jordanische Zeitung AD-DUSTUR auf. Denn die arabischen Regierungen benähmen sich hilflos, so das Blatt. Zitat:

"Das Stichwort 'Realpolitik' wird von manchen arabischen Politikern und Intellektuellen derzeit als Propaganda-Phrase missbraucht, um die Kapitulation im Irak und die Untätigkeit der arabischen Welt zu rechtfertigen. Nun stehen die arabischen Völker vor zwei Alternativen: entweder endgültig zu kapitulieren - oder aber nicht aufzugeben und stattdessen den richtigen Umgang mit der schwierigen Situation zu finden, bis sich eine günstige Möglichkeit bietet, etwas zu ändern. 'Realpolitik' muss für uns heißen, einen Weg zu finden, wie wir der amerikanischen Übermacht Widerstand leisten können. Denn die Völker dürfen nicht aufgeben, bis sie ihre Freiheit wieder erlangt haben."

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