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Kultur

Chris Dercon übernimmt Berliner Volksbühne

Der Londoner Museumsdirektor Chris Dercon wird 2017 neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Er soll das Traditions-Theater umgestalten. Nicht alle Kulturschaffenden sehen das mit Begeisterung.

Chris Dercon (56) freut sich auf das "neue Terrain". Theaterintendant - das fehlte bisher in der langen Reihe seiner Tätigkeiten. Der Museumsdirektor, Kurator, Kunsthistoriker und Filmemacher leitet zur Zeit noch die

Tate Modern

in London. Nach einigen kulturpolitischen Streitereien steht dem Wechsel an die Spitze der Berliner

Volksbühne

nun nichts mehr im Wege. Dort tritt Dercon die Nachfolge von Frank Castorf (63) an, der seit 1992 an der Volkbühne Intendant ist und damit – wie Claus Peyman am Berliner Ensemble – zu den "Urgesteinen" der Berliner Intendanten gehört.

Theaterregisseur Frank Castorf im Portrait.

Intendant Frank Castorf scheidet 2017 aus dem Amt

"Ich freue mich darauf, dass Chris Dercon 2017 nach Berlin kommen wird", sagte Berlins regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller. Dercon werde seine Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Volksbühne einbringen.

Bis zuletzt hatte es Streit zwischen Politik und Berliner Kulturschaffenden um die Neubesetzung gegeben. Nicht nur mehrere führende Theatermacher, sondern auch der Berliner Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm hatten davor gewarnt, die traditionsreiche Volksbühne nach Müllers Plänen in eine Art Festivalhaus umzuwandeln. "Wenn erst einmal eine gewisse Ordnung etabliert ist, kann man alles wieder verändern", sagte Chris Dercon zu seiner Berufung. Das lässt darauf schließen, dass er einiges an der Volksbühne umbauen will. Kultursenator Müller versicherte aber, dass das Theater auch weiterhin mit Eigen-Produktionen und einem eigenen Ensemble und eigenen Repertoire arbeiten solle.

Ein quirliger Geist im Getriebe

In seinen vier Jahren in London hat Dercon mit spektakulären Ausstellungen von Gerhard Richter, Damien Hirst, Anish Kapoor bis Ai Weiwei auf sich aufmerksam gemacht. Auch mit neuen Ausstellungskonzepten hat er die Londoner Kunstszene aufgemischt. Berlin, so hat er schon früher gesagt, sei seine neue Liebe. Die große Künstlergemeinde, Hunderte von Galerien und ein "freiheitlicher Geist" sorgen seiner Ansicht nach dafür, dass Kunst in der deutschen Hauptstadt zur Lebensart geworden sei.

gr/so (dpa)

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