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Kultur

Choreographin Pina Bausch gestorben

Die weltweit bekannte Tänzerin und Choreographin Pina Bausch ist tot. Nur wenige Tage nach einer Krebsdiagnose starb Bausch im Alter von 68 Jahren in Wuppertal.

Pina Bausch im Portait (Foto: AP)

Pina Bausch erhielt noch im August 2008 den Goethepreis der Stadt Frankfurt

Pina Bausch galt weltweit als Erneuerin der Tanzkunst. Sie wurde mit höchsten internationalen Preisen ausgezeichnet. Eine Sprecherin des Wuppertaler Tanztheaters sagte, bei Pina Bausch sei erst vor fünf Tagen eine Krebserkrankung festgestellt worden. Am Dienstag (30.06.2009) sei sie dann überraschend verstorben. Noch am Sonntag vor einer Woche hatte sie mit ihrem Tanzensemble im Wuppertaler Opernhaus auf der Bühne gestanden.

Tänzerische Ausbildung mit 14 Jahren begonnen

Geboren wurde Josephine (Pina) Bausch am 27. Juli 1940 als Gastwirtstochter in Solingen. Ihre tänzerische Ausbildung begann sie 1955 an der von Kurt Joos gegründeten Folkwangschule in Essen. Nach ihrem Abschluss wechselte sie an die berühmte Juilliard School in New York. 1962 kehrte Bausch nach Deutschland zurück, wo sie zunächst in dem von Jooss neugegründeten Folkwang-Ballett tanzte.

Tänzer überschütten andere Tänzer mit Wasser (Foto: dpa)

Szene aus dem Stück "Rough Cut", das 2007 in Berlin uraufgeführt wurde

Nur sechs Jahre später machte sie mit eigenen Choreographien auf sich aufmerksam. 1973 wurde Pina Bausch Direktorin des neugegründeten Tanztheaters Wuppertal, das fortan ihren Namen trug und mit abendfüllenden Werken begeisterte. Ihre radikalen tänzerischen Umsetzungen, etwa von Gluck-Opern, erregten Aufsehen und entsprachen selten dem gängigen Schönheitsideal.

Tänzer in ungewöhnlichem Umfeld

Die ersten eigenen Choreographien Bauschs waren noch stark dem Modern Dance verpflichtet. Seit Mitte der 1970er Jahre änderte sie aber nach und nach ihren Stil und integrierte immer mehr Gesang, Sprache, Alltagsgesten und Pantomime. Dabei spielte die Bewegung als Ausdruck des Innersten bei ihr stets eine sehr große Rolle. Ihre Stücke handelten von persönlichen und gleichzeitig universellen Themen wie Angst, Tod, Liebe und Sehnsucht. Choreographie, Kostüme und Musik der Bausch-Produktionen brachen radikal mit gängigen Vorstellungen. Getanzt wurde bei ihr mitunter in knöcheltiefem Wasser, auf Torf oder zwischen Plastik-Nelken. In der Öffentlichkeit nahm Bausch selten Stellung zu ihren Produktionen.

Letzte Uraufführung begeistert gefeiert

Viele Tänzer in einer Reihe sitzend (Foto: dpa)

"Neues Stück 2009" wurde erst Mitte Juni in Wuppertal uraufgeführt

Ihre Premieren fanden weltweit Beachtung und zählten zu den wichtigsten Ereignissen der internationalen Tanzszene. Erst am 12. Juni wurde ihre letzte Choreographie "Neues Stück 2009" im Schauspielhaus Wuppertal uraufgeführt und begeistert vom Publikum gefeiert.

Bausch wurde 2007 als erste Frau mit dem mit 400.000 Euro dotierten Kyoto-Preis in der Kategorie Kunst und Philosophie für ihr Lebenswerk geehrt. In Deutschland war die Choreografin zuletzt im August vergangenen Jahres mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung des "Laurence Olivier Award" in London bekam das Tanztheater Wuppertal von Pina Bausch den ersten Preis für die beste Produktion in der Kategorie Neuer Tanz.

Bausch hinterlässt einen Sohn

Ab 1967 war der Bühnenbildner Rolf Borzik Bauschs Lebensgefährte und engster Mitarbeiter. Nach dessen Tod - auch er verstarb 1980 an Krebs - ging sie eine neue Verbindung mit dem Deutsch-Chilenen Ronald Kay ein. Ihr gemeinsamer Sohn wurde 1981 geboren. (as/mas/dpa/epd/ap/munziger)