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Aktuell Afrika

Cholera-Ausbruch im Südsudan

In der Hauptstadt Juba sind nach offiziellen Angaben bereits mehrere Menschen gestorben. Die extrem ansteckende Durchfall-Erkrankung war in einem UN-Flüchtlingslager ausgebrochen.

Mindestens 18 Cholera-Tote und 150 bestätigte Infektionsfälle – so lautet die erste Bilanz der südsudanesischen Behörden. Laut Gesundheitsminister Riek Gai Kok hat sich die Infektionskrankheit von einem Flüchtlingslager der Vereinten Nationen (UN) aus mittlerweile auch in anderen Teilen von Juba ausgebreitet. Ihm zufolge wurde der erste Cholera-Fall bereits am 1. Juni registriert. Der Gesundheitsminister kündigte umfassende Gegenmaßnahmen an.

Rasche Ausbreitung in Flüchtlingslagern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereite groß angelegte Impfungen vor, die mehr als 100.000 Menschen erreichen sollten, sagte Kok. Damit könne eine großflächige Ausbreitung der tödlichen Infektionskrankheit vermieden werden. Die Helfer seien besser vorbereitet, als beim Cholera-Ausbruch im vergangenen Jahr. Damals wurden mehr als 6400 Infektionsfälle gemeldet, mindestens 167 Menschen starben.

Hilfsorganisationen hatten erst vor Kurzem vor einem neuen Ausbruch der ansteckenden Durchfallkrankheit gewarnt. Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Die Krankheit löst starken Durchfall und Erbrechen aus, führt zu schwerer Austrocknung und kann unbehandelt tödlich enden. Gerade in voll belegten Flüchtlingslagern können sich Infektionen wie Cholera rasch ausbreiten.

Mehr zwei Millionen sind auf der Flucht

Während des seit 18 Monaten andauernden Bürgerkrieges im Südsudan haben Zehntausende Menschen Zuflucht in UN-Unterkünften gesucht. Allein in der Hauptstadt Juba leben nach Angaben der UN etwa 40.000 Menschen in Flüchtlingslagern. Die andauernden Kämpfe erschweren Hilfsorganisationen die Versorgung der Menschen mit Nahrungs- und Hygienemitteln sowie sanitären Anlagen.

Flüchtlingslager im Südsudan (Foto: AFP)

Flüchtlingslager im Südsudan: Kämpfe erschweren die Versorgung der Menschen mit Nahrung und Hygienemitteln

Der Südsudan ist seit 2011 ein unabhängiger Staat. Im Dezember 2013 war der lange schwelende Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien scheiterten bislang. Mehr als zwei Millionen Menschen sind nach UN-Angaben seit 2013 auf der Flucht.

cw/mak (dpa. afpe, ape)