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Aktuell Asien

Chinesischer Testflug zu Spratly-Inseln entfacht Streit mit Vietnam

Die Landung eines chinesischen Flugzeugs auf den umstrittenen Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer hat zu einem diplomatischen Schlagabtausch geführt. Vietnam protestierte umgehend, doch China wies diese Kritik zurück.

Die Spratly-Inseln sind schon lange ein Zankapfel zwischen China und den Ländern Brunei, Malaysia, Vietnam sowie den Philippinen. Vor allem Vietnam beäugt die chinesischen Anstrengungen, in der Region mit Landaufschüttungen künstliche Inseln zu schaffen, mit großem Argwohn. In der Region werden große Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. China beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 1000 Kilometer von der chinesischen Küste entfernt liegen.

Nun hat die Volksrepublik den Streit erneut angeheizt. Denn sie ließ ein ziviles Flugzeug erstmals auf einem Atoll der Inseln, dem Fiery Cross Reef (Artikelbild), landen. Dabei habe es sich lediglich um einen "zivilen Testflug" gehandelt, erklärte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Die Aktion habe auf chinesischem Territorium stattgefunden.

Vietnam protestierte sofort gegen die Landung. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, die Landebahn sei "illegal" in einem Territorium der Inselgruppe errichtet worden, das zu Vietnam gehöre. Die Aktion stelle eine "ernsthafte Verletzung" der Souveränität Vietnams dar. China müsse diesen Schritt "umgehend beenden" und dürfe derlei Aktionen "nicht wiederholen". Peking wies die Kritik aus Hanoi als unberechtigt zurück.

Künstliche Inseln unterstreichen Ansprüche

China steht nicht nur wegen des Aufschüttens künstlicher Inseln im Südchinesischen Meer in der Kritik. Der Volksrepublik wird auch vorgeworfen, auf den auf Korallenriffen entstehenden Inseln militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten und Häfen anzulegen. Auf dem Fiery Cross Reef hatte Peking 2004 mit dem Bau einer Landebahn begonnen.

Das philippinische Außenministerium kündigte ebenfalls an, sich bei China über den Vorfall mit dem Flugzeug zu beschweren. Unterdessen kehrte am Sonntag eine Gruppe von knapp 50 jungen Philippinern von der Insel Pag-asa zurück. Diese wird von den Philippinen gehalten, gehört aber ebenfalls zu den umstrittenen Spratly-Inseln. Die Gruppe hatte dort eine Woche lang gegen Chinas Ambitionen auf den größten Teil des Südchinesischen Meeres protestiert.

Video ansehen 05:04

Philippinen: Chinas dreiste Landnahme (08.06.2015)

USA mischen mit

Auch die USA beobachten die chinesischen Expansionsansprüche im Südchinesischen Meer sehr genau. Als im Dezember ein US-Fernbomber vom Typ B52 über eine von China beanspruchte Insel flog, protestiert Peking scharf. Die Aktion sei eine "ernsthafte militärische Provokation", erklärte das Verteidigungsministerium in Peking. Das Pentagon erklärte, den Fall zu untersuchen. Um einen beabsichtigten Einsatz - wie im Fall des Kriegsschiffes "Lassen" - habe es sich aber nicht gehandelt. Demnach könnte das Flugzeug vom Kurs abgekommen sein. Im Oktober hatte der US-Zerstörer "Lassen" sich einer Spratly-Insel auf weniger als zwölf Seemeilen genähert. Washington rechtfertigte dies mit der Verteidigung der Freiheit der Navigation. Das Gebiet sei internationales Gewässer. China protestierte und bestellte in Peking den US-Botschafter ein.

Zum jüngsten Vorfall erklärte das Außenministerium in Washington, alle Anspruchsteller müssten aktiv dazu beitragen, die Spannungen in der Region zu reduzieren, indem sie von einseitigen Handlungen absehen, die die regionale Stabilität untergraben könnten. Es gelte nun Raum zu schaffen für diplomatische Lösungen.

kle/gri (afp, rtr, dpa)

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