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Aktuell Asien

Chinesischer Dissident in die USA eingetroffen

Der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat seine Heimat verlassen und in die USA ausreisen können. Sein Fall hatte eine diplomatische Krise zwischen Peking und Washington ausgelöst.

Die US-Regierung bestätigte die Ausreise des blinden Dissidenten. Er kam inzwischen mit seiner Familie auf dem Internationalen Flughafen Newark bei New York an. Chen will in den USA ein Studium aufnehmen.

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DW-Interview mit Bürgerrechtler Chen (09.05.2012)

Der Fall des Dissidenten hatte eine diplomatische Krise zwischen den USA und China ausgelöst. Chen war es am 20. April mit Hilfe von Unterstützern gelungen, aus dem Hausarrest in seiner Wohnung in der östlichen Provinz Shandong zu fliehen. Tage später fand er in der US-Botschaft in Peking Zuflucht. Nach chinesisch-amerikanischen Verhandlungen verließ Chen am 2. Mai die diplomatische Vertretung wieder und begab sich zur Behandlung einer Fußverletzung in ein Krankenhaus in Peking. Die chinesischen Behörden hatten ihm zugesagt, er könne an einen sicheren Ort umsiedeln und Jura studieren.

Nach Drohungen von Funktionären gegen seine Familie und seine Unterstützer erklärte Chen in einem dramatischen Appell von der Klinik aus, er fürchte um seine Sicherheit und wolle China verlassen. Der 40-Jährige wurde telefonisch in eine Anhörung des US-Kongresses in Washington zugeschaltet und schilderte den Abgeordneten seine Situation.

Clinton erzielt Einigung mit Chinas Führung

US-Außenministerin Hillary Clinton, die sich zufällig zu bilateralen Gesprächen in Peking aufhielt, erreichte in Verhandlungen eine für die chinesische Staatsführung gesichtswahrende Lösung: Der Dissident beantragt kein Asyl in den USA , sondern reist zum Studium aus. Die chinesische Seite erklärte entsprechend, Chen könne wie jeder Bürger ein Studium im Ausland beantragen und wie jeder andere die entsprechenden Verfahren durchlaufen. Diese Erklärung wurde sogar im Staatsfernsehen des kommunistischen Landes verlesen. Postwendend bot die Universität New York Chen ein Stipendium an.

Chen Guangcheng hatte sich in der Volksrepublik selbst um Anwalt ausgebildet und Opfer von Zwangssterilisierungen und Landenteignungen unterstützt. 2006 war er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und nach seiner Haftentlassung unter Hausarrest gestellt worden.

gmf/wl/nis (dpa, afp, dadp, rtr)

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