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Aktuell Asien

Chinesischer Dissident Fang im Exil gestorben

Er blieb zeitlebens ein brillianter Physiker. Doch er wandelte sich vom KP-Mitglied zum Regimekritiker und wurde so zu einem der Vordenker der Demonstration auf dem Tiananmen-Platz 1989.

Der chinesische Dissident Fang Lizhi - hier auf einem Foto von 1988 (Foto: dapd)

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Im Alter von 76 Jahren ist der chinesische Dissident Fang Lizhi im Exil in Tucson im US-Staat Arizona gestorben. Das teilte sein Freund Wang Dan mit, der als Bürgerrechtler ebenfalls in die Vereinigten Staaten emigrierte.

Ein "chinesischer Sacharow"

Der als brillant geltende Astrophysiker, einst loyales Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas, wandelte sich zu einem der weltweit berühmtesten Regimekritiker. Sein offener Aufruf an den damaligen chinesischen Machthaber Deng Xiaoping Anfang 1989 inspirierte die prodemokratische Studentenbewegung, deren Proteste chinesische Truppen dann am 4. Juni des selben Jahres auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit Panzern blutig niederwalzten. Mehrere hundert Menschen wurden damals getötet. In Erinnerung an den berühmten russischen Atomphysiker, Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow wurde Fang wiederholt auch als "chinesischer Sacharow" bezeichnet.

Bis zuletzt Einsatz für die Menschenrechte

Der von Verhaftung bedrohte Fang suchte Zuflucht in der US-Botschaft in Peking. Aber erst im Sommer 1990, nach einjährigem diplomatischen Tauziehen, ließ die chinesische Führung Fang ausreisen. Er lehrte später als Physik-Professor an der Phoenix-Universität in Arizona und machte sich bis zuletzt für die Menschenrechte stark.

sti/fab (afp, dpad, dpa)