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Wirtschaft

Chinesische Premiere auf der IAA

Auf der Internationalen Automobilschau in Frankfurt präsentieren sich erstmals auch Hersteller aus China. Noch gelten Marken mit klingenden Namen wie Pfingstrose und Landwind als Kuriosum. Das könnte sich bald ändern.

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Der Kleinwagen HQ von Geely

"Ich bin Geely", sagt Jie Zhao, genannt George, der Vizepräsident der Geely Holding mit Sitz in Schanghai. Geely, das bedeutet Pfingstrose, und die ist für George ein Glückssymbol, dass seine Wirkung auf der IAA bereits zu zeigen scheint: Der Stand mit den Autos von Geely wird von den Messebesuchern umlagert. Alle wollen wissen, wie sie aussehen, die Autos "Made in China".

Geely ist eine sehr junge Firma. Das erste Auto lief 1998 vom Band. Ab 2007 sollen die Fahrzeuge, deren Palette vom sportlichen Modell bis zum Kleinwagen reicht, auch in Deutschland erhältlich sein - und zwar zu Preisen, die für Kunden mit eher schmalem Geldbeutel erschwinglich sind. In China verkauft die Firma zurzeit rund 100.000 Einheiten pro Jahr. Mittelfristig will der Vizepräsident über die Preisgestaltung Autos von Geely in der ganzen Welt erfolgreich machen: "Geely-Autos sollen rund um die Welt rollen," sagt er.

Keine Design-Experimente

Um dieses Ziel zu erreichen, machen die Chinesen beim Design ihrer Autos keine Experimente. Im Gegenteil: Der neue Geländewagen der Firma Landwind am nächsten Stand sieht dem alten Opel-Frontera verblüffend ähnlich - zumindest äußerlich. Motor und Getriebe haben sich die chinesischen Landwind-Ingenieure beim japanischen Partner Mitsubishi geborgt. Inklusive Klima-Automatik, Alu-Felgen, CD-Spieler und vier elektrischen Fensterhebern soll der ganze Spaß dann lediglich knappe 15.000 Euro kosten. Ende September startet der Verkauf in Deutschland - bis Ende des Jahres will Landwind gut 1000 Stück an den Mann bringen, wie Vertriebsmanager Peter Bijfels erzählt: "Ich denke, unser starker Punkt ist: das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Man bekommt sehr viel Auto für sehr wenig Geld."

Freies Bildformat: China auf der IAA 2005

Chinesische Hostess präsentiert Sportwagen "Made in China"

Die gleiche Philosophie verfolgt der dritte chinesische Hersteller im Bunde: Die Firma Brilliance präsentiert in Frankfurt ihre vollausgestattete Mittelklasse-Limousine "Zonghua" für rund 18.000 Euro. Auch für Brilliance-Importeur Reiner Roethling ist der Preis des Wagens das wichtigste Verkaufsargument. "Das zweite Argument ist die Qualität des Fahrzeugs. Der technische Standard entspricht den europäischen Normen.“

Gefahr für deutsche Autobauer

Dennoch stellen die drei chinesischen Automobilproduzenten nach Einschätzung des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöfer keine Bedrohung für die deutschen Produzenten dar. Dafür seien sie schlicht und einfach noch zu klein.

In wenigen Jahren werde sich die Situation allerdings dramatisch ändern. Dann werden nämlich die größten chinesischen Hersteller wie Shanghai Automotive oder First Automotive Workers, die pro Jahr jeweils eine Million Fahrzeuge produzieren, auf den deutschen Markt drängen. "Die Invasion dieser großen Konzerne muss man sehr, sehr ernst nehmen. Die werden auf der Preisfront angreifen, sie werden mit kleinen kompakten Fahrzeugen angreifen. Und deshalb ist es so wichtig, dass die Deutschen und die Europäer ihre Kostenstrukturen in Ordnung bringen."

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