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Autoindustrie

Chinesische Interessenten für Fiat Chrysler?

Ein Fiat 500, made in China? Ein Jeep mit dem ur-amerikanischen Namen "chinesische Mauer"? Die Gerüchte um ein Interesse der Chinesen an Fiat Chrysler blühen. Die Aktie zog ordentlich an.

An der Mailänder Börse legten die Fiat-Aktien am Montag zwischenzeitlich um satte fünf Prozent zu – auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Kurz zuvor hatte ein Sprecher des chinesischen Herstellers "Great Wall" gegenüber Nachrichtenagenturen bestätigt, der Autobauer ziehe ein Kaufangebot für Fiat Chrysler (FCA) in Betracht.  Man habe den Hersteller von Marken wie Jeep oder Alfa Romeo um ein Treffen gebeten. Die Aktien von Great Wall stiegen in Shanghai um gut drei Prozent.

Der Fachdienst "Automotive News" hatte zuvor unter Verweis auf eine E-Mail von Great-Wall-Chef Wang Fengying berichtet, die Chinesen seien vor allem an der Geländewagen-Marke Jeep interessiert. "Unser strategisches Ziel ist es, der weltweit größte SUV-Hersteller zu werden. Mit dem Kauf der globalen SUV-Marke Jeep würden wir das schneller erreichen", zitierte Automotive News einen Sprecher von Great Wall.

Serbien Kragujevac Fiat Fabrik (picture-alliance/dpa/S. Suki)

Fiat 500, made in Europe - hier im serbischen Kragujevac

Wunschauto Jeep?

Gerüchte, chinesische Hersteller könnten den mit über 16 Milliarden Euro bewerteten itatienisch-amerikanischen Konzern ganz oder teilweise übernehmen, machen schon länger die Runde. Dessen Chef Sergio Marchionne sagte auch seit langem bereits freimütig, dass er eine Zukunft für sein Unternehmen nur zusammen mit einem Partner sieht. Für Anfang 2018 hat Marchionne den FCA-Investoren eine neue Strategie in Aussicht gestellt.

Great Wall ist ein aufstrebender chinesischer Geländewagen-Hersteller, der auch weltweite Ambitionen hat. Beobachter halten es für gut möglich, dass der Konzern - in China die Nummer sieben unter den Autobauern – das nötige Geld aufbringen könnte. Allerdings hieß es später am Tag von Seiten Fiat Chryslers, man stehe nicht in Kontakt mit den Chinesen. Die Chinesen seien nicht an sie herangetreten, um über das Geschäft oder einzelne Marken wie die Geländemarke Jeep zu sprechen, teilte Fiat Chrysler mit. Darauf gab die Aktie der Italiener einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. 

USA Sergio Marchionne (Getty Images/B. Pugliano)

Sergio Marchionne, Chef von Fiat Chrysler

Zweimal die Nummer sieben

Fiat hatte Chrysler im Jahr 2014 übernommen und so den siebtgrößten Autokonzern der Welt geschmiedet. Zu dem Unternehmen gehören eine ganze Reihe von Traditionsmarken, Massenprodukte wie Dogde, aber auch Luxusmarken wie Maserati. Den Sportwagenhersteller Ferrari hatte Konzern-Chef Marchionne 2015 abgestossen, aber bisher betont, Jeep sollte nicht einzeln veräußert werden. Jeep gilt im Konzernverbund als besonders einträgliche Marke, während die Massenware wie Fiat und Chrysler selbst derzeit keine Höhenflüge erleben. Die italienische Zeitung "Corriere della Sera" bezeichnete die Marke Jeep als "Kronjuwel" des italo-amerikanischen Konzerns. 

Ob US-Präsident Trump  an dem Gedanken, die ur-amerikanischen Jeeps könnten bald von einem chinesischen Hersteller kommen, viel Freude findet, darf bezweifelt werden. US-Präsident Donald Trump hat mehrfach aus seiner kritischen Haltung gegenüber der exportstarken Wirtschaftsmacht China keinen Hehl gemacht. Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) hat denn auch in jüngster Zeit bereits einige Übernahmen amerikanischer Unternehmen durch chinesische Firmen verzögert oder untersagt.

ar/bea (dpa, rtr, afp) 

 

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