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Wirtschaft

Chinesen übernehmen deutsche Biotech-Firma

Neuer Milliardedeal: Chinesische Investoren setzen ihre Einkaufstour in Deutschland fort. Das hessische Biotech-Unternehmen Biotest hat ihr Interesse geweckt.

Das Biotechunternehmen Biotest wird chinesisch. Der Hersteller von Blutplasmaprodukten hat sich mit der chinesischen Investmentgruppe Creat auf eine Übernahme geeinigt, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten. Die Transaktion hat einen Wert von rund 940 Millionen Euro. Mit Schulden, Rückstellungen und Kassenbestand lassen sich die Chinesen Biotest knapp 1,3 Milliarden Euro kosten.

Die Biotest-Gründerfamilie Schleussner, die 50,6 Prozent der Stammaktien an dem Unternehmen hält, unterstütze die Transaktion und werde ihre Anteile andienen. Auch Vorstand und Aufsichtsrat befürworten die Übernahme.

Weltweit 2500 Mitarbeiter

Biotest ist ein Anbieter von Plasmaproteinen und biotherapeutischen Arzneimitteln und beschäftigt weltweit rund 2500 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat sich auf die Bereiche klinische Immunologie (Abwehr von Krankheitserregern), Hämatologie (Bluterkrankungen) sowie Intensiv- und Notfallmedizin spezialisiert.

Im vergangenen Jahr hatte Biotest nach der Trennung vom US-Therapiegeschäft im fortgeführten Geschäft einen Gewinn von 34,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz lag bei gut 610 Millionen Euro. Seine Produktionskapazitäten im hessischen Dreieich will Biotest bis 2020 verdoppeln.

Creat will 28,50 Euro je Stamm- und 19,00 Euro je Vorzugsaktie in bar bieten. Die Mindestannahmequote liegt den Angaben zufolge bei 75 Prozent.

Standort und Firmenname bleiben erhalten

Creat hatte angekündigt, die Zentrale in Dreieich sowie Firmennamen, Marken und Produktbezeichnungen beizubehalten. Zudem will der Investor nach früheren Angaben an geltenden Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen und der betrieblichen Mitbestimmung festhalten. Dies soll in einem Vertrag über fünf Jahre vereinbart werden.

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EU plant Übernahmeschutz

Chinesische Firmen sind seit geraumer Zeit auf Einkaufstour in Deutschland. So übernahm beispielsweise der Hausgerätehersteller Midea den deutschen Roboterbauer Kuka. Im Visier stand zudem der Maschinenbauer Aixtron, bei dem der Kauf jedoch an Sicherheitsbedenken der USA scheiterte.

ul/bea (dpa, rtr)

 

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