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Wirtschaft

China-Wok auf deutscher Flamme

Auf der weltweit größten Möbelmesse, die noch bis zum 19. Januar in Köln läuft, wird eines besonders deutlich: Trotz schwacher Konjunktur verkaufen sich Küchen und Polster gut.

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Model "Iris" lädt zum Träumen ein

Auch wenn die Wirtschaft weiter auf den Aufschwung wartet: Die deutsche Möbelindustrie jammere nicht und wolle bei der weltweit größten Möbelschau Anreize zum Kauf setzen, so der einhellige Tenor auf der Internationalen Möbelmesse in Köln. Das Ausstellungsgelände der "IMM Cologne 2003" ist komplett ausgebucht und 65 Prozent der 1.350 Anbieter sind aus dem Ausland in die Domstadt gekommen. "Die größten Beteiligungen kommen aus Italien, Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, Österreich und Spanien", berichtet Wolfgang Kranz von der Kölner Messegesellschaft. "Die größten außereuropäischen Beteiligungen kommen aus Indonesien, von den Philippinen, Malaysia, Singapur und der Volksrepublik China."

Möbel-Meister

Die Deutschen sind in Sachen Möbelkauf Europameister. Sie geben pro Kopf alljährlich mehr als 400 Euro für Einrichtung aus. Damit liegen sie deutlich über dem europäischen Mittelwert von etwa 260 Euro. Allerdings war das abgelaufene Jahr 2002 auch hierzulande von Kaufzurückhaltung geprägt. In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres sanken die Umsätze der deutschen Möbelindustrie um fast zehn Prozent.

Allein der Export und hier insbesondere die Ausfuhr von Küchen hellten das konjunkturelle Branchenbild etwas auf. Es wurden rund ein Drittel mehr Küchen exportiert als vor fünf Jahren. Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, begründet dies mit dem technischen "Gewußt wie", das heutzutage in einer Küche stecke. "Die Produktion ist sehr, sehr aufwändig und das beherrschen wir in Deutschland traditionell am besten", sagt Klaas und fügt hinzu, dass Küchen einen hohen Markenanteil haben. "Von Poggenpohl über Siematic bis Bulthaup - alles deutsche Namen, die europa- und weltweit einen klaren Führungsanspruch haben und deshalb in Asien genauso gefragt sind wie in Südamerika."

Status-Symbole

In den chinesischen Upper-Class-Familien scheint der Weg wegzuführen vom traditionellen Wok auf Kohlefeuer: "Wir stellen fest, dass gerade in Asien, in den Boom-Regionen - und dort überwiegend in den größeren Städten - ein großer Bedarf an westlichen Status-Symbolen besteht, der sich nicht nur auf Automobile bezieht sondern auch auf das Thema 'Einrichten'."

Es seien aber nicht allein die klassischen Qualitätsmerkmale, die Erfolg in Zeiten schlechter Konjunktur versprechen, meint Helmut Lübke, Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie: "Wir reden immer von 'Made in Germany'. Das 'Made in Germany' ist ein Qualitätsbegriff. Aber wir machen heute mehr. Man könnte auch sagen 'Design aus Germany'. Weil wir das Design ganzheitlich ansetzen."

Das Auge kocht mit

Design, so Lübke weiter, sei nicht für den Designer gedacht, also zu dessen ästhetischer Selbstbefriedigung, sondern müsse den ganz Bedürfnissen der Kunden dienen. "Ganzheitlichkeit dadurch, dass wir Funktionalität sehen, Ergonomie, Haptik: das Fühlen, die Ökologie und damit auch die Qualität. Wir müssen alle diese Faktoren mit einbeziehen und auch zum Schluss die Ästhetik." Außerdem achte die Möbelindustrie zunehmend auf nachhaltig angebaute Vorprodukte, also nachwachsende Hölzer, so Lübke, und zugleich auf Langlebigkeit der fertigen Erzeugnisse.

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