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Wirtschaft

China will AKW im Sudan bauen

In Sudan, einem der ärmsten Länder der Welt, will China ein Atomkraftwerk bauen. Chinesen drängen mit ihren AKW auf den Weltmarkt.

Das Rahmenabkommen zwischen China und Sudan wurde am Montagabend in Khartum unterzeichnet. Beteiligt war auf Seiten Chinas Nur Bekri, der Direktor der staatlichen Energieverwaltung Chinas, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Bekannt wurde lediglich, dass Chinas National Nuclear Corporation CNNC das erste Atomkraftwerk in dem afrikanischen Land bauen wird. Welcher Reaktor-Typ zum Einsatz kommen soll, wurde nicht mitgeteilt. Auch über das Volumen des Geschäfts wurde nichts bekannt.

Chinesische Medien zitierten den Chef von CNNC, Sun Qin, unlängst mit der Ankündigung, man wolle bis 2030 rund 30 AKW ins Ausland verkaufen. Die chinesische AKW-Eigenentwicklung trägt die Bezeichnung Hualong 1 (wie im Bild oben). China hat mit zahlreichen Ländern schon Verträge zum Bau von Atomkraftwerken unterzeichnet, darunter Rumänien, Saudi Arabien, Argentinien und Kenia.

Auch in Großbritannien ist China auf dem Atom-Sektor aktiv: Der chinesische Energiekonzern China General Nuclear Power Corp investiert hier in den Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point C. Einen Reaktor vom Typ Hualong-1 will der Konzern später in Bradwell in der Grafschaft Essex bauen.

Äthiopien Gipfel Afrikanische Union - Omar al-Bashir

Sudans Präsident Omar al-Bashir

Zwei Reaktoren ab 2027

Sudan arbeitet seit Jahren an einem Einstieg in die Atomenergie. Seine Pläne präsentierte das Land im vergangenen Oktober bei der Internationalen Energiebehörde IAEA. Danach soll das AKW ab 2021 gebaut werden. Zwei Druckwasserreaktoren mit jeweils 600 Megawatt seien geplant, hieß es seinerzeit. Sie sollten ab 2027 kommerziell genutzt werden. In China wird sudanesisches Personal aus der Branche bereit seit 2011 geschult.

Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir pflegt enge Beziehungen auch zu Iran. Die IAEA geht jedoch davon aus, dass der Sudan die Atomkraft ausschließlich friedlich nutzt.

Ein armes Land

Al-Baschir wurde vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in der Süd-Provinz Dafur angeklagt. Die amerikanische Regierung hatte al-Baschir auch vorgehalten, Giftgas produzieren zu lassen.

Symbolbild Lebensmittelmangel

Markt in Sudan

Sudan ist mit seinen etwa 92 Millionen Einwohnern eines der ärmsten Länder der Welt: das jährlichen Brutto-National-Einkommen lag 2014 bei etwa 570 US-Dollar pro Kopf. Unter der sogenannten absoluten Armutsgrenze lebten nach den jüngsten Zahlen der Weltbank aus dem Jahr 2011 mehr als 30 Prozent der Bevölkerung – sie müssen also mit weniger als 1,25 USD pro Tag auskommen. Von den Produkten des Landes gehen rund 65 Prozent nach China.

ar/ul (rtr, Xinhua,Weltbank)


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