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Aktuell Asien

China warnt vor "explosiver" Lage auf koreanischer Halbinsel

China hat scharfe Kritik am Umgang der USA mit den Spannungen auf der koreanischen Halbinsel geübt. Auch in einer anderen Frage zeigte sich Peking hart. Derweil kündigte Seoul eine Ausweitung der Sanktionen an.

Nordkoreanische Soldaten während einer Parade (Archivbild: AP)

Nordkoreanische Soldaten während einer Parade (Archivbild)

Vor dem Hintergrund der laufenden Manöver der USA mit Südkorea und der neuen Drohungen Nordkoreas mit einem atomaren Präventivschlag hat Chinas Außenminister Wang Yi vor einer "explosiven" Lage gewarnt. Er rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf. "Wenn die Spannungen außer Kontrolle geraten, wäre es eine Katastrophe für alle Parteien", sagte Wang Yi anlässlich der Tagung des Volkskongresses vor der Presse in Peking. China werde nicht untätig zusehen, wenn es zu einer Störung der Stabilität auf der koreanischen Halbinsel komme.

Chinas Außenminister Wang Yi (Foto: Reuters)

Chinas Außenminister Wang Yi

Alle Seiten sollten Aktionen vermeiden, die die Situation verschärften. Dazu rufe auch die UN-Resolution nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest auf. Die Entschließung unterstütze ferner eine Verhandlungslösung über die Sechser-Gespräche mit Nordkorea, China, den USA, Südkorea, Russland und Japan, hob Wang Yi hervor. Die Gespräche sind allerdings seit 2009 eingefroren.

Spannungen als Normalzustand

Eine harte Haltung nahm der Außenminister im Streit um die Inseln im Südchinesischen Meer ein, wo große Rohstoffvorkommen und wichtige Schifffahrtsstraßen liegen. Die Inselgruppen seien "integraler" Teil chinesischen Territoriums, das jeder Chinese verteidigen müsse. Nachdem die US-Marine direkt an Inseln vorbeigekreuzt war, um die Freiheit der Schifffahrt zu unterstreichen, sagte Wang Yi: "Die Freiheit der Navigation bedeutet nicht, dass sie alles tun können, was sie wollen." Im Verhältnis zwischen China und den USA gebe es "sowohl Kooperation als auch Spannungen", was vielleicht der "Normalzustand" sei, sagte Wang Yi.

Unterdessen kündigte Südkorea eine Ausweitung der Sanktionen gegen den Norden an. Betroffen seien 40 Personen und 30 Organisationen, teilte die Regierung mit. Zudem dürften Schiffe das Land nicht mehr anlaufen, wenn sie in den vergangenen 180 Tagen in einem nordkoreanischen Hafen gewesen seien.

Kim Jong Un mit Soldatinnen einer Artillerie-Einheit (Archivbild: dpa)

Kim Jong Un mit Soldatinnen einer Artillerie-Einheit (Archivbild)

Der südkoreanische Geheimdienst warf der Staatsführung Nordkoreas derweil das Ausspähen von Mobiltelefonen wichtiger Regierungsbeamter vor. Ende Februar und Anfang März seien aus diversen Geräten gespeicherte Telefonnummern und Textnachrichten ausgelesen worden, teilte der Dienst NIS mit. Auch der Server eines Unternehmens, das Sicherheitssoftware für Internetbankgeschäfte anbiete, sei angegriffen worden. Offenbar habe Pjöngjang eine größer angelegte Attacke vorbereiten wollen, hieß es.

Nordkorea hatte am 6. Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekanntgegeben. Beides verstieß gegen UN-Resolutionen. Der UN-Sicherheitsrat verhängte daraufhin die bislang schärfsten Sanktionen gegen das Land. Angesichts eines am Montag gestarteten gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas drohte Pjöngjang zuletzt erneut mit einem Atomschlag gegen beide Länder.

stu/sti (afp, dpa)

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