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Nordkoreas Raketentest

China warnt vor Eskalation mit Nordkorea

China will nach Nordkoreas erneuter Provokation durch einen Raketentest vermitteln. Die USA und Südkorea sollten auf ihre Militärmanöver verzichten, wenn dafür Nordkorea seine Atom- und Raketentests aussetzt.

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China kritisiert Nordkorea

Chinas Außenminister Wang Yi will einen Kompromiss finden, um aus dem "Sicherheitsdilemma" herauszukommen. Ziel sei es, wieder Gespräche über eine Beseitigung der Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel und Friedensmechanismen aufnehmen zu können, sagte Wang Yi auf einer Pressekonferenz anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Die Lage sei nach Nordkoreas jüngstem Raketentest angespannter als je zuvor.

Es sei Chinas Aufgabe, beide Seiten zu bremsen. Wang Yi stellte klar, dass es vor allem ein Konflikt zwischen Nordkorea und den USA sei. Aber als enger Nachbar spiele China eine "unentbehrliche Rolle", sagte der Außenminister. "Atomwaffen werden keine Sicherheit bringen", sagte Wang Yi an die Adresse Pjöngjang und fügte offenkundig mit Blick auf die in Washington diskutierte Option eines Militärschlags hinzu: "Der Einsatz von Gewalt wird auch keine Lösung bringen."

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Nordkorea: Spannungen in Ostasien nehmen zu

Chinas kritisiert US-Raketensystem

Die angelaufene Stationierung eines gegen Nordkorea gerichteten US-Raketenabwehrsystems in Südkorea sieht Wang Yi kritisch. Das Überwachungs- und Frühwarnsystem ginge weit über die koreanische Halbinsel hinaus. Die Raketenabwehr sei gegenwärtig das größte Problem für die Beziehungen zwischen Peking und Seoul. China lehne das System entschieden ab, weil dadurch auch chinesische Raketenanlagen überwacht werden können. Die Aufstellung müsse gestoppt werden, um zu vermeiden, auf diesem "Irrweg" weiterzugehen, forderte Wang Yi.

Trotz der Differenzen über Nordkorea und die Raketenabwehr äußerte sich Wang Yi insgesamt positiv über das Verhältnis zum neuen US-Präsidenten Donald Trump. Die Beziehungen seien auf gutem Wege. Er verwies auf das Telefonat zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping im Februar, das den Kurs vorgegeben habe. Nach anfänglich Irritationen über Trumps Umgang mit Taiwan hatte der neue US-Präsident darin bekräftigt, sich an die "Ein-China-Politik" halten zu wollen. Mit dieser Doktrin fordert Peking, dass kein Land offizielle Beziehungen zu der demokratischen Inselrepublik unterhalten darf, die Peking seit dem Ende des Bürgerkrieges in China 1949 nur als abtrünnige Provinz betrachtet.

pab/sti (afp, dpa)

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