China verbietet Produktion von Benzinfressern | Wirtschaft | DW | 02.01.2018
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Autoindustrie

China verbietet Produktion von Benzinfressern

China macht ernst beim Kampf gegen die Luftverschmutzung. Jetzt sorgt eine Liste von Autos, die zuviel Benzin verbrauchen, für Aufregung. Volkswagen und Daimler geben allerdings Entwarnung.

China hat zum Jahresanfang die Produktion von 553 Automodellen untersagt, die besonders viel Benzin verbrauchen. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sind auch Wagen des Volkswagen-Konzerns und von Daimler auf der Liste. Allerdings sagte ein VW-Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Peking, das genannte Modell sei ohnehin nicht mehr in der Produktion. "Es betrifft keines der aktuell in Produktion befindlichen Modelle." Gleiches gilt nach Angaben eines Sprechers auch für Daimler. Der Vorgang habe keinen Einfluss auf die Produktion und keinen Einfluss auf den Verkauf in China. Von VW hieß es weiter, es sei eher eine normale Mitteilung von chinesischer Seite über die jetzt geltenden neuen Verbrauchswerte. Alle derzeit produzierten Modelle des Volkswagen-Konzerns entsprächen diesen Anforderungen, sagte der Sprecher.

Kapazitätsengpässe bei Batterien?

Für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen ist die Verbotsliste ebenfalls keine Überraschung. Gegenüber der DW sagte Dudenhöffer, normalerweise müssten alle Autos der deutschen Hersteller in China die geltenden Verbrauchs- und Abgasnormen erfüllen. Dudenhöffer erwartet eher Probleme ab 2019, wenn in China eine Quote für Elektroautos gelten soll. 2019 müssen zehn Prozent der verkauften Fahrzeuge eines Herstellers E- und Hybrid-Modelle sein, 2020 dann zwölf Prozent. Der Experte sieht dann Engpässe bei den Batteriekapazitäten auf die Hersteller zukommen, die zugleich auch in Europa deutlich mehr E-Autos herstellen wollen. Dies könnte zu einem Wettlauf zwischen Europa und China führen, der zu steigenden Preisen für Batterien führen könnte. 

Die 553 Modelle, die nicht weiter produziert werden dürfen, stammen von chinesischen Herstellern und einigen Joint Ventures. Namentlich genannt wurden auch die chinesischen Produzenten Chery sowie Dongfeng, der mit Peugeot-Citroën kooperiert. Wie die Staatsagentur Xinhua schrieb, verschärfe China wegen des Kampfes gegen die Luftverschmutzung die Emissionsvorgaben weiter und ermutige zur Nutzung von elektrischen Autos, indem Käufer in den nächsten drei Jahren weiter Steuervorteile genießen könnten.

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China will Musterland der E-Mobilität werden

hb/tko (dpa, DW)

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