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Wirtschaft

China und Australien schließen Freihandelspakt

China und Australien rücken wirtschaftlich enger zusammen. Beide Länder unterzeichneten am Montag nach langwierigen Verhandlungen ein weitreichendes Freihandelsabkommen.

Die neue Vereinbarung sichert australischen Landwirten und Dienstleistern einen besseren Zugang zum chinesischen Markt. Umgekehrt kann China im rohstoffreichen Australien leichter investieren. "Beide Seiten haben entschieden, ihre bilateralen Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft zu erheben", sagte der chinesische Präsident Xi Jinping bei einem Besuch in Canberra.

China ist bereits Australiens Handelspartner Nummer eins. Das gegenseitige Handelsvolumen beläuft sich derzeit auf umgerechnet rund 105 Milliarden Euro pro Jahr. Ist das Abkommen voll umgesetzt, können die Australier 95 Prozent ihrer Exporte nach China zollfrei verschicken - von Wein über Baumwolle und Milch bis zu Kupfer und Aluminium. Das Land will so seine Abhängigkeit von Rohstoffen wie Kohle und Eisen beenden.

Hoffen auf wachsende Mittelschicht

Die Hoffnungen ruhen auf dem wachsenden Appetit der immer größer werdenden Mittelschicht in asiatischen Staaten wie China nach westlichen Lebensmitteln, den Australien mit dem Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen stillen will. Auch Dienstleister versprechen sich bessere Geschäfte: Sie dürfen künftig Krankenhäuser, Hotels und Restaurants in der Volksrepublik betreiben.

"Es war eine zehnjähriger Reise, aber am Ende haben wir es geschafft", sagte Ministerpräsident Tony Abbott angesichts schwieriger Verhandlungen. Australien hatte zuvor bereits Freihandelsabkommen mit Japan und Südkorea verabschiedet.

Für die Regierung in Peking ist der Vertragsabschluss ebenfalls ein Erfolg. China und die USA werben mit unterschiedlichen Vorschlägen für einen verbesserten Handel in der Region. Die US-Regierung bevorzugt eine Trans-Pazifische Partnerschaft (TPP) unter Ausschluss Chinas. Deutschland will seine Beziehungen zu Australien ebenfalls verbessern. "Da könnte sich noch mehr tun", sagte Abbott. Er vereinbarte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sydney im Nachklang zum G20-Gipfel eine gemeinsame Arbeitsgruppe, die ausloten soll, auf welchen Gebieten beide Länder besser kooperieren können.

Wen/UH (rtrd)