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Aktuell Asien

China tritt EU-Entwicklungsbank bei

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat ein neues Mitglied: China. Damit knüpft das Reich der Mitte bei seinen wirtschaftlichen Ambitionen Richtung Westen an alte Traditionen an.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat China als 65. Mitgleid aufgenommen. Damit fasst die Volksrepublik Fuß in einer weiteren internationalen Organisation. Der Beitritt Chinas eröffne "neue Investitionsmöglichkeiten für chinesische Konzerne" im Einflussbereich der Bank, erklärte EBRD-Präsident Suma Chakrabarti in London. China erhalte einen symbolischen Anteil von 0,1 Prozent. Erst vor kurzem wertete der Internationale Währungsfonds (IWF) den chinesischen Yuan zur fünften Weltwährung auf.

China baut auf alte Handelswege

Mit China halten nun insgesamt 65 Staaten sowie die Europäische Union und die Europäische Investitionsbank Anteile an der Entwicklungsbank. Die EBRD wurde 1991 gegründet, um den Übergang der Staaten Osteuropas zum marktwirtschaftlichen System zu erleichtern. Inzwischen erstrecken sich die Projekte der Bank auf insgesamt 36 Staaten, bis hinein nach Zentralasien und in den erweiterten Mittelmeerraum. Die meisten Aktionäre der Bank sind europäische Staaten, zu den Aktionären zählen aber auch die USA, Japan und Australien.

China knüpft bei seinen wirtschaftlichen Ambitionen Richtung Westen an die Tradition der alten Seidenstraße aus der Antike und dem Mittelalter an - Handelswege, die von China bis nach Europa reichten. Die Volksrepublik ist vor allem an Großprojekten im Transportwesen, bei der Ausbeutung von Rohstoffen, bei der industriellen Entwicklung und der finanziellen Zusammenarbeit interessiert.

Zum Kerngeschäft der EBRD gehören Finanzinvestitionsprojekte. Sie fördert darüber hinaus den Handel. Das Institut strebt zudem eine Zusammenarbeit mit der von China angestoßenen Entwicklungsbank für Asien (AIIB) an.

as/cr ( afp, rtr)