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Wirtschaft

China steckt Milliarden in Infrastruktur

Peking will das exportlastige Wirtschaftsmodell stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln. Helfen soll dabei eine massive Konjunkturspritze.

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China investiert über 630 Milliarden Euro in Infrastruktur

Die Volksrepublik China will mit riesigen Investitionen sein Verkehrsnetz ausbauen. Bis 2018 sollen umgerechnet 632 Milliarden Euro in 303 Projekte gesteckt werden. Das Geld solle in Schienen, Straßen, Wasserwege, Flughäfen und den Nahverkehr fließen, wie das Verkehrsministerium am späten Mittwochabend bekannt gab. Die staatliche Planungs- und Reformkommission (NDRC) wolle vor allem die Hochgeschwindigkeitsstrecken und Städteverbindungen ausbauen, um so die Bedürfnisse der Wirtschaft abzudecken.

Bereits im ersten Quartal waren die Investitionen in die Infrastruktur um 20 Prozent nach oben geschnellt. Die höheren Staatsausgaben gelten als ein Grund dafür, dass sich die Konjunktur der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zuletzt wieder etwas stabilisiert hat. Allerdings schürt das bei Experten auch Sorgen, weil die Verschuldung steigt.

Die Regionalregierungen versuchen, Geld nicht mehr in unrentable und von Überkapazitäten geplagte Branchen wie die Stahlindustrie zu stecken. Die Investitionen in den mit sinkenden Rohstoffpreisen kämpfenden Bergbau brachen im ersten Quartal um 18 Prozent ein und damit so stark wie seit mindestens 2004 nicht mehr, wie das Statistikamt bekanntgab. Dagegen zogen die Investitionen in Infrastruktur um 19,6 Prozent an. Die Regierung hat den Regionalregierungen erlaubt, den Anleihenmarkt für solche Projekte anzuzapfen.

Wachstumstempo bleibt stabil

Chinas Wirtschaft wird ihr Wachstumstempo nach Einschätzung eines Forschungsinstituts im laufenden Quartal halten. Das Bruttoinlandsprodukt werde zwischen April und Juni wahrscheinlich um 6,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum zulegen und damit so stark wie zu Jahresanfang, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag unter Berufung auf das Staatliche Informationszentrum.

Die Exporte dürften demnach um acht Prozent sinken und die Importe sogar um zehn Prozent. Die Überkapazitäten in der Industrie und das langsame Wachstum der privaten Investitionen seien große Herausforderungen für die Wirtschaft. Die Produktion von Autos und Rohstahl sorgen den Forschern zufolge hingegen für Schwung.

Chinas Volkswirtschaft wächst derzeit so langsam wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Die kommunistische Regierung in Peking peilt für 2016 ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt zwischen 6,5 und 7,0 Prozent an, nach 6,9 Prozent 2015. Sie will vor allem mit öffentlichen Investitionen, einer Steuerreform und einer lockeren Geldpolitik für Impulse sorgen. Die Staatsführung will das exportlastige Wirtschaftsmodell stärker auf die Binnenkonjunktur ausrichten und den privaten Konsum ankurbeln. Dafür nimmt sie auch weniger Wachstum in Kauf.

wen/ul (dpa, rtrd)

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