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Raumfahrt

China schießt Super-Rakete ins All

China greift nach den Sternen: Voller Stolz hat das Land seine bislang größte Trägerrakete in den Weltraum geschickt. Sie ist Voraussetzung für den Bau einer chinesischen Raumstation - und für Flüge zum Mars und Mond.

"Langer Marsch 5" ist der übersetzte Name der Rakete. Sie hob von dem neu gebauten Raumfahrtbahnhof in Wenchang auf der Insel Hainan im Südosten des Landes ab. Das berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Rakete ist in der Lage, eine Last von bis zu 25 Tonnen in die erdnahe Umlaufbahn zu transportieren und ist damit die bislang leistungsstärkste Rakete, die China gebaut hat. Der erste Start der 57 Meter hohen Rakete ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur geplanten chinesischen Raumstation.

Schätzungsweise 100.000 Zuschauer verfolgten vor Ort, wie die Rakete mit einem Feuerschweif vor dem Nachthimmel abhob. Die Rakete gehört zur neuesten Generation aus der erfolgreichen Familie "Langer Marsch". Mit ihr kann China künftig größere zivile oder militärische Satelliten ins All schicken. Sie soll 2018 das Kernmodul "Tianhe 1" (Himmlische Harmonie) ins Weltall bringen. "Ohne die "Langer Marsch 5" kann es keine Raumstation geben", sagte der australische Raumfahrtexperte Morris Jones der "South China Morning Post". "Es kann auch keine Robotermissionen zum Mond oder Mars geben." Jedes neue Raumfahrtprojekt beginne mit dem Start einer Rakete.

Leistungsfähig für chinesische Verhältnisse

Experten vergleichen die Tragfähigkeit der neuen Rakete mit der amerikanischen Delta IV Heavy, der gegenwärtig leistungsfähigsten Rakete im US-Raumfahrtprogramm. Bei ihrem ersten Start brachte die Delta einen wissenschaftlichen Satelliten und eine mehrfach zündbare Raketenoberstufe ins All, die auch Shuttle genannt wird und bei einem Flug mehrere Himmelskörper in Umlaufbahnen bringen kann. Das chinesische Raumschiff könnte ähnlich bedeutend werden, wie die US-Rakete Saturn V, die 1969 die Astronauten zu ihrer legendären Mond-Mission brachte. Saturn V konnte in dieselbe Umlaufbahn bis zu 154 Tonnen transportieren.

Der Traum von einem Taikonauten

Für China ist der Start der neuen Rakete ein weiterer wichtiger Schritt zu seinem Ziel, im Bereich der Raumfahrt mit den USA und Europa Schritt zu halten - oder diese einzuholen. Dafür steckt die Volksrepublik Milliarden in ihr Raumfahrtprojekt. China will überdies etwa im Jahr 2020 ein Raumschiff zum Mars schicken und einen Taikonauten, wie die chinesischen Raumfahrer genannt werden, zum Mond senden.

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China: Raumschiff auf dem Weg zum neuen Raumlabor

Derzeit kreisen deshalb zwei chinesische Astronauten des Raumschiffes "Shenzhou 11" im Raumlabor "Tiangong 2" (Himmelspalast) um die Erde. Mit einem Monat soll es der längste bemannte Raumflug Chinas werden. Die beiden Astronauten machen auch Vorbereitungen für den Betrieb der chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig sein soll. Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Doch auch Russland strebt seinerseits bis 2023 eine eigene Raumstation an.

Pannen bei der Entwicklung

Bei der Entwicklung der Rakete in geheimen Einrichtungen nahe Peking hatte es mehrere Rückschritte gegeben. Laut der in Hongkong erscheinenden Zeitung "South China Morning Post" verzögerte sich das Projekt um mehrere Jahre. Die Einzelteile der Rakete wurden laut Xinhua per Schiff nach Hainan gebracht.

pab/kle (afp, dpa)

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