China ruft im Nordkorea-Konflikt zu Zurückhaltung auf | Aktuell Asien | DW | 10.04.2017
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Appell an alle Seiten

China ruft im Nordkorea-Konflikt zu Zurückhaltung auf

Die Spannungen durch das Atomprogramm des kommunistischen Regimes in Pjöngjang drohen weiter zu eskalieren. Während US-Kriegsschiffe auf dem Weg in Region sind, wird auch China aktiv.

Der US-Flugzeugträger USS Carl Vinson (Getty Images/AFP/Tam)

Der US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson"

Nach der Entsendung von US-Kriegsschiffen Richtung koreanische Halbinsel hat China alle beteiligten Seiten zu Zurückhaltung aufgerufen. Die Volksrepublik beobachte die Situation auf der koreanischen Halbinsel genau, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. "Alle Parteien sollten Selbstbeherrschung zeigen und nichts unternehmen, was die Situation weiter verschärft."

Neuer Atomwaffentest?

Nordkorea betreibt trotz umfassender Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das kommunistische Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Experten gehen anhand von Satellitenaufnahmen davon aus, dass derzeit ein sechster Test vorbereitet werden könnte. Ein möglicher Anlass, auch für neue Raketentests, könnte der 105. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung am kommenden Samstag sein.

Die Führung in Pjöngjang arbeitet auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. US-Geheimdienstbeamten zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das US-Festland erreichen könnte.

                                                           Trump droht mit Alleingang

US-Präsident Donald Trump hatte jüngst mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, falls China nicht den Druck auf seinen Verbündeten erhöht. Bei einem Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den USA konnten sich die beiden Präsidenten nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Als Demonstration der Stärke hat die US-Armee eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel entsandt. Ursprünglich sollten der Flugzeugträger "USS Carl Vinson" und seine Begleitschiffe nach Australien fahren. Stattdessen nahmen sie nun Kurs auf den westlichen Pazifischen Ozean.

Unterdessen traf der chinesische Sondergesandte Wu Dawei zu Beratungen mit Vertretern Südkoreas in Seoul ein. Wus südkoreanischer Kollege Kim Hong-kyun sagte nach einem Gespräch, beide Seiten seien besorgt, dass Nordkorea einen neuen Atomwaffentest vorbereite. Man sei darin einig, dass in einem solchen Fall entschiedene Schritte gegen das Regime von Machthaber Kim Jong Un unternommen werden müssten, betonte Kim.

Nordkoreas Diktator Kim (l.) inspiziert einen Raketenkopf (Reuters/KCNA)

Nordkoreas Diktator Kim (l.) inspiziert einen Raketenkopf

                                    Von der Leyen: China muss handeln

Video ansehen 00:39
Jetzt live
00:39 Min.

Nordkorea testet erneut Rakete

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte in einer Diskussionsrunde im Deutschen Fernsehen, der US-Luftangriff vergangene Woche in Syrien sei auch ein deutliches Signal an China gewesen. Es sei kein Zufall gewesen, dass Trump den Luftangriff am Abend des Besuchs von Chinas Präsident Xi in den USA angeordnet habe, sagte die CDU-Politikerin.

Denn in Nordkorea sitze ein noch gefährlicherer Diktator, der auch über Atomwaffen verfüge. Trump habe seinen Gast damit an dessen Verantwortung erinnert.
China sei das einzige Land, "das politisch diesen Diktator in Nordkorea bändigen kann", betonte von der Leyen.

wl/stu (dpa,, afp, rtr)

Audio und Video zum Thema