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Welthandel

China ruft BRICS-Staaten zu freiem Welthandel auf

Die Schwellenländer der sogenannten BRICS-Gruppe streben eine neue Weltordnung an. Gastgeber China wirbt für offene Märkte. Überschattet wird der Gipfel durch den neuen nordkoreanischen Atomtest.

Bei einer Rede zum Auftakt des BRICS-Wirtschaftsforums erwähnte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den nur wenige Stunden zuvor erfolgten Atomversuch allerdings nicht, stattdessen warb er für offene Märkte. Er sprach sich gegen Protektionismus und für mehr Kooperation der BRICS-Staaten aus, zu denen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gehören.

Der Gipfel findet in der südchinesischen Hafenstadt Xiamen statt. An den gemeinsamen Beratungen, die am Montag beginnen, nehmen auch Indiens Ministerpräsident Narendra Modi sowie die Präsidenten Brasiliens und Südafrikas, Michel Temer und Jacob Zuma, teil. Zu den Themen gehören eine engere Zusammenarbeit, Anstrengungen zur Ankurbelung der Wirtschaft und der Freihandel. Die Fünfer-Gruppe trägt zu einem Viertel der globalen Wirtschaftsleistung bei und repräsentiert 42 Prozent der Weltbevölkerung.

Offenheit und Gerechtigkeit

"Wir sind in einer großen Ära der Entwicklung, der Transformation und der Anpassung", sagte Xi Jinping in seiner 50-minütigen Rede. "Nur Offenheit liefert Fortschritt." Und nur Gerechtigkeit bewahre diesen Fortschritt, ergänzte der Präsident, der sich gerne als Vorkämpfer gegen Protektionismus darstellt, obwohl China selbst wegen wachsender Markthindernisse immer wieder in der Kritik steht. 

Xi Jinping beklagte, dass sich die Weltwirtschaft nach der Weltfinanzkrise 2008 noch nicht richtig erholt habe. Neue Triebkräfte seien notwendig. Es gebe Gegenwind. Die internen und externen Umstände seien kompliziert. Doch das Wachstumspotenzial der Brics-Staaten sei unverändert hoch, betonte Xi Jinping.

Rivalen in der Gruppe

Die Gruppe wurde 2009 noch ohne Südafrika gegründet, das aber schon 2010 dazu kam. Die aufstrebenden Wirtschaftsmächte wollen ein eigenes Gewicht in der von den USA bestimmten alten Weltordnung schaffen. Doch gibt es sehr unterschiedliche Interessen und auch Rivalitäten der Mitglieder, wie erst jüngst wieder ein Grenzstreit zwischen China und Indien deutlich machte. Die beiden Atommächte geraten im Himalaya-Gebiet immer wieder in Streitigkeiten, wenn es um Grenzverläufe geht.

Erst die vorübergehende Beilegung des Disputs und der Abzug von Truppen hatte der Teilnahme des indischen Ministerpräsidenten an dem Gipfel den Weg geebnet. Am Montag ist der Haupttag der Beratungen. Der Gipfel endet am Dienstag nach einem Treffen mit den ebenfalls eingeladenen Führern Ägyptens, Mexikos, Thailands, Tadschikistans und Guineas im Rahmen des "BRICS-Plus"-Prozesses.

haz/rb (rtr, dpa)