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Sport

China: Nur Verwarnung für gedopte Schwimmer

Der Chinesische Schwimmverband deckt offenbar seine Doper: Zwei überführte Athleten kommen mit Verwarnungen davon, für die Drahtzieher gibt es milde Geldstrafen.

Nach positiven Dopingtests sind zwei chinesische Schwimmer von ihrem nationalen Verband lediglich verwarnt worden. Junioren-Weltrekordler Wang Lizhuo und Lagenschwimmer An Jiabao waren im September mit Clenbuterol erwischt worden. Der chinesische Schwimmverband teilte nun mit, dass gegen beide eine Verwarnung ausgesprochen wurde. Ihre Trainer und Klubs wurden zudem mit Geldstrafen von umgerechnet 685 bzw. 1370 Euro belegt.

Clenbuterol wird auch in der Kälbermast eingesetzt. Als Dopingmittel war es in den frühen 1990er Jahren bei den deutschen Leichtathletinnen Grit Breuer und Katrin Krabbe nachgewiesen worden.

Das Vorgehen jetzt erinnert an den Fall des Doppel-Olympiasiegers Sun Yang. Auch der Langstreckler und Rivale des deutschen Weltrekordlers Paul Biedermann war nach einem positiven Dopingtest auf das verbotene Stimulans Trimetazidin bei den nationalen Meisterschaften im Mai 2014 zunächst nur verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt worden. Schließlich wurde Chinas Schwimmstar rückwirkend für drei Monate gesperrt. Als der Fall bekannt wurde, war die Sperre längst abgelaufen, Sun hatte bei den Asienspielen schon wieder dreimal Gold gewonnen und durfte bei der WM 2015 in Kasan starten.

Insgesamt aktuell sechs Fälle

Über eine mögliche Strafe gegen den dritten positiv getesteten Schwimmer Zhao Ying, dessen Namen der Verband in der vergangenen Woche bekannt gegeben hatte, gab es keine Angaben. Auch zu den drei weiteren Schwimmern, die im Januar mit dem Diuretikum Hydrochlorothiazid erwischt wurden, äußerte sich der Verband nicht. Nach australischen Medienberichten soll es sich dabei um die London-Olympiadritte über 400 Meter Lagen, Li Xuanxu, sowie die Lagenschwimmer Huang Chaosheng und Yang Zhixian handeln.

China Wang Lizhuo erreicht Finale in Huangshan 2015

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Chinas Anti-Doping-Agentur hatte die sechs Fälle bestätigt, nachdem die englische Tageszeitung "The Times" von vertuschten positiven Proben und systematischem Doping im chinesischen Schwimmen berichtet hatte. Die Fälle seien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ordnungsgemäß gemeldet worden. Die WADA hatte nach den Times-Enthüllungen angekündigt, den Vorwürfen nachzugehen.

Nach australischen Medienberichten sollen zwei der im September erwischten Schwimmer vom eigentlich lebenslang gesperrten Trainer Zhou Ming betreut werden. Zhou gilt als Drahtzieher des Dopingskandals in den 1990er Jahren, als Dutzende junger chinesischer Schwimmer positiv getestet wurden.

to/asz (sid)

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