1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

China lässt internationale Helfer ins Land

Die chinesische Regierung hat das Erdbeben als das schlimmste seit der Staatsgründung bezeichnet. Zehntausende sind tot oder werden vermisst. Erstmals hat die Regierung sich nun für Hilfe aus dem Ausland geöffnet.

Zerstörte Schule in Chongqing (Quelle: DPA)

Tausende Schulen wurden zerstört, wie hier in Chongqing

Präsident Hu Jintao auf der Reise ins Katastrophengebiet (Quelle: AP)

Präsident Hu Jintao auf der Reise ins Katastrophengebiet

Vier Tage nach dem Erdbeben in China mit vermutlich mehr als 50.000 Toten stecken die Hilfsmaßnahmen nach Einschätzung von Präsident Hu Jintao in einer entscheidenden Phase. Bei einem Besuch in der Stadt Mianyang im Katastrophengebiet in Südwestchina rief der Staats- und Parteichef am Freitag (16.05.2008) zu größeren Anstrengungen auf, die 100.000 Verletzten zu behandeln, die Obdachlosen zu versorgen und die Infrastruktur wiederherzustellen. "Die Herausforderung ist gewaltig, die Aufgabe schwer und die Zeit drängt", zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Soldaten und Polizisten haben inzwischen alle 58 betroffenen Bezirke in dem Katastrophengebiet erreicht, wie staatliche Medien meldeten. Die Bergungsarbeiten wurden am Freitag fortgesetzt. Inzwischen wächst die Seuchengefahr. Die Regierung mahnte, dass die Leichen möglichst schnell und abseits von Wasserquellen oder bewohnten Gebieten beerdigt werden sollten. Noch immer werden zehntausende Verschüttete unter den Trümmern vermutet. Die Überlebenschancen schwinden mit jeder Stunde.

Internationale Hilfe endlich angelaufen

Tausende bleiben verschüttet (Quelle: AP)

Tausende bleiben verschüttet

Als erste ausländische Helfer trafen 31 Japaner in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan, ein. Sie sollten in der Nähe des Epizentrums des Bebens von Montag nach Verschütteten suchen. Weitere 29 Einsatzkräfte mit Spürhunden sollten ebenfalls am Freitag eintreffen. Aus Moskau brach ein Team von 49 Helfern nach Chengdu auf, darunter 13 Ärzte und drei Psychologen. Auch Südkorea kündigte für Freitag die Entsendung eines Rettungsteams in das Erdbebengebiet an. Aus Singapur sollten 55 Helfer starten.

Nach Angaben des Außenministeriums lässt China damit zum ersten Mal überhaupt ausländische Helfer bei einer Katastrophe in seinem Land zu. Die Nähe dieses Landes sowie Südkoreas und Russlands könnten schnelle Hilfe ermöglichen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Zuvor hatte die Regierung argumentiert, die Bedingungen vor Ort seien "noch nicht reif" für Expertenteams aus dem Ausland.

Schlimmstes Erdbeben seit 1949

Die offizielle Opferzahl des Erdbebens wurde am Donnerstag heraufgesetzt. "Die Zahl der Toten wird auf mehr als 50.000 geschätzt", erklärte das nationale Rettungszentrum. Chinas Regierungschef Wen bezeichnete das Erdbeben als "das Zerstörerischste" seit Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949. Bei einem Erdbeben in Tangshan im Jahr 1976 waren 240.000 Menschen gestorben.

Fast 7000 Schulen eingestürzt

Die chinesische Regierung hat derweil eine Untersuchung der Bauqualität vieler eingestürzter Schulen angeordnet. "Wenn es Qualitätsprobleme in den Schulgebäuden gegeben hat, werden wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und der Öffentlichkeit eine zufriedenstellende Antwort geben", hieß es aus dem Bildungsministeriums. Nach vorläufigen Informationen seien 6898 Schulgebäude in der Provinz Sichuan zerstört worden.

Das Bildungs- und Wohnungsministerium reagieren mit der Untersuchung auf massive Vorwürfe, nachdem tausende Kinder unter den Trümmern eingestürzter Schulgebäude verschüttet waren. Empörte Eltern hatten darauf verwiesen, dass viele Gebäude örtlicher Behörden dem schweren Beben besser standgehalten hätten, während die Schulen eingestürzt seien. Viele Schulen auf dem Land sind unterfinanziert. (kas)

Audio und Video zum Thema