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Aktuell Asien

China lässt angeblich Menschenrechtsanwältin Wang Yu frei

Laut einem TV-Bericht wurde die chinesische Anwältin Wang Yu aus der Haft entlassen. Doch bisher hat sie offenbar noch keiner zu Gesicht bekommen. Wang kam vor einem Jahr nach einer Verhaftungswelle ins Gefängnis.

Wie der Sender Phoenix TV aus Hongkong berichtet, kam Wang Yu "in den vergangenen Tagen" auf Kaution frei. Der Sender strahlte ein Interview mit Wang aus, in dem sie ihre Haftbedingungen lobt. Sie habe die "menschenwürdige Fürsorge" Chinas erfahren, sagt die Anwältin in dem Interview, das unter unbekannten Bedingungen aufgenommen wurde.

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet von einem Video, in dem Wan angeblich erklärt, dass ihre Kanzlei von "ausländischen Kräften unterwandert worden sei", mit dem Ziel der chinesischen Führung zu schaden.

Noch keine Bestätigung von Wang Yu

Phoenix TV ist ein Privatsender, der von einem früheren General der chinesischen Armee gegründet wurde. Er gilt als eng verwoben mit der Führung in Peking. Bis jetzt waren weder die Behörden in Tianjin, wo Wang inhaftiert war, noch die Menschenrechtsanwältin selber für eine Stellungnahme zu erreichen. AP berichtet, auch Wans Anwalt und ihre Mutter hätten die angeblich Freigelassene noch nicht zu Gesicht bekommen.

Wang war Anfang Juli des vergangenen Jahres ebenso wie mehr als 200 weitere Anwälte und Menschenrechtsaktivisten inhaftiert worden. Sie hatte in der Vergangenheit als Anwältin Opfer von sexuellem Missbrauch vertreten und auch heikle Fälle wie die eines uigurischen Bürgerrechtlers übernommen.

Wang Yu bei einem Protest mit chinesischen Bauern (Foto: Picture-alliance)

Die Anwältin zeigte auch öffentlich ihren Protest, wie hier bei einer Demonstration gegen die Enteignung von Bauern

Ihr Ehemann Bao Longjun ist weiterhin in Haft. Ihr Sohn stand nach einem Fluchtversuch ins Nachbarland Myanmar im vergangenen Jahr nach Angaben aus Wangs Umfeld vorübergehend unter Hausarrest.

cw/uh (afp, ape)