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Konflikt mit Nordkorea

China: Krieg wegen Nordkorea kann jederzeit ausbrechen

Pekings Außenminister Wang hat sich angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Nordkorea und den USA außerordentlich besorgt geäußert. Für ihn kann nur noch ein intensiver Dialog eine Katastrophe abwenden.

"Die Spannungen zwischen den USA und Südkorea auf der einen Seite und Nordkorea auf der anderen Seite haben zuletzt zugenommen, und man hat das Gefühl, dass nun jederzeit ein Konflikt losbrechen kann", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi in Peking (Artikelbild). Wang warnte zugleich vor den Folgen einer direkten Konfrontation. "Wenn es einen Krieg gibt, ist das Ergebnis eine Situation, in der jeder verliert und es keinen Gewinner geben kann." Egal welche Seite einen Konflikt provoziere, sie müsse die "historische Verantwortung dafür übernehmen und den entsprechenden Preis zahlen". "Wir fordern ein Ende der Provokationen und Drohungen, bevor die Lage nicht mehr zu retten ist", so Wang nach Gesprächen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault. Chinas sei der Auffassung, dass "Dialog die einzige Lösung" sei.

"Problem, um das wir uns kümmern werden"

Die USA rechnen mit einem baldigen neuen Atomwaffentest Nordkoreas. Es stelle sich nicht die Frage, "ob" Nordkorea erneut eine Rakete testen werde, sondern "wann", sagte ein außenpolitischer Berater des Weißen Hauses. Die USA prüften deshalb eine mögliche militärische Reaktion. Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Nordkorea sei ein "Problem, um das wir uns kümmern werden". Mehrfach drohte er damit, das Atomprogramm Nordkoreas notfalls im Alleingang zu stoppen. Als Demonstration der Stärke entsandte Washington am vergangenen Wochenende bereits eine Flugzeugträger-Gruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel. Der Fernsehsender NBC berichtete unter Berufung auf Geheimdienstangaben, dass sich zwei US-Zerstörer, bewaffnet mit Marschflugkörpern des Typs "Tomahawk", bereits in der Nähe der koreanischen Halbinsel aufhielten. Einer davon sei etwa 480 Kilometer vom Atomtestgelände entfernt. Für den Fall einer Militäraktion der USA hat Nordkorea mit Vergeltung gedroht. 

Nordkoreanische Offiziere besuchen den Ort Mangyongdae, wo Staatsgründer Kim Il Sung vor 105 Jahren geboren wurde (Foto: Reuters/D. Sagoli)

Nordkoreanische Offiziere besuchen den Ort Mangyongdae, wo Staatsgründer Kim Il Sung vor 105 Jahren geboren wurde

Säbelrasseln aus Pjöngjang

Experten zufolge steht ein Atomwaffentest kurz bevor. Am Mittwoch hatte der US-Auslandssender Voice of America unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und andere Quellen berichtet, zum 105. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung am Samstag könne ein nuklearer Sprengsatz gezündet werden. Nach Angaben der Gruppe "38 North" von Baltimores Johns-Hopkins-Universität zeigen Satellitenbilder verdächtige "Aktivitäten" auf dem Testgelände Punggye Ri. Laut Voice of America wurde bereits ein atomarer Sprengsatz in einen Tunnel geschoben.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärft seit einiger Zeit die Provokationen gegen den Westen. Allein im vergangenen Jahr ließ er zwei Atomwaffentests vornehmen, gleichzeitig arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Das kommunistisch geführte Land verstößt damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Die nordkoreanische Armee drohte in einer Erklärung am Freitag mit einem Militärschlag gegen US-Stützpunkte in Südkorea und den Präsidentenpalast in Seoul, der bei einem Angriff Nordkoreas "in wenigen Minuten zertrümmert" werden könnte. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe mit ihrem Raketenangriff in Syrien "den Weg der offenen Drohung und Erpressung" gegen Pjöngjang betreten, erklärte die Streitkräfte.

sti/kle (afp, ap, dpa)

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