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Kultur

China kämpft gegen die Fluten

In China kämpfen rund eine Million Helfer gegen die Fluten. Das Hochwasser droht, die Deiche des großen Dongting-Sees und mehrerer Flüsse der Region zu sprengen. Darunter ist auch der als "gelber Fluss" bekannte Yangtse.

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Die Menschen werden ihren gesamten Besitz verlieren.

Die Einsatzkräfte versuchen fieberhaft, einen Dammbruch in Zentralchina abzuwenden. Sie versuchen, die immer mürber werdenden Dämme mit Sandsäcken zu befestigen und zu erhöhen. Nicht nur die Arbeiter aus den staatlichen Betrieben werden zum Katastropheneinsatz herangezogen.

Auch das Militär packt mit an: 15.000 Soldaten und 100.000 Reservisten stapeln rund um das mehrere hundert Kilometer lange Seeufer Sandsäcke. Unterdessen sind bereits mehr als 600.000 Bewohner der Region vor dem Hochwasser evakuiert worden. Das Gebiet in direkter Nähe des Dongting-Sees wurde geflutet, um die Deiche und die 13 Millionen Bewohner der Provinzhauptstadt Changsa und der Stadt Wuhan zu schützen.

Keine Fehler erlauben

Hochwasser in China

"Im Kampf gegen die Fluten darf sich das Land nun keinen einzigen Fehler erlauben", sagte der stellvertretende Regierungschef Wen Jiabao. Nils Juel vom Internationalen Roten Kreuz zeigt sich skeptisch: "Noch halten die Deiche, aber es besteht die Gefahr, dass sie durchweichen."

Sollten die Dämme brechen, sind in dem äußerst dicht besiedelten Gebiet weit über zehn Millionen Menschen von Überschwemmungen bedroht; darunter auch die 7,5 Millionen Einwohner der Stadt Wuhan. "Die Menschen werden ihre Häuser, ihre Ernte, ihren gesamten Besitz verlieren", befürchtet Juel. Die Region um den Dongting ist eines der wichtigsten Reisanbaugebiete der Volksrepublik.

Fluten fordern schon jetzt Opfer

Der riesige Dongting-See dient als Rückhaltebecken des Yangtse-Flusses. Entsprechend riesig sind die Wassermassen, die sich in dem 2800 Quadratkilometer großen See befinden. Ein Helfer vor Ort zog den Vergleich zu einem mit Wasser gefüllten Ballon, der zu platzen droht. Schon jetzt forderten die Fluten erste Opfer: Bislang starben nach Informationen der Zeitung "China Daily" mindestens 16 Menschen. 27.000 Häuser wurden zerstört. Laut Landwirtschaftsministerium wurden 415.000 Hektar Ackerland überschwemmt.

Auch in Chenglingji, wo der Dongting-See und der Yangtse sich treffen, überschritt der Pegelstand die kritische Marke bereits um mehr als drei Meter. Doch die betroffenen Menschen geben die Hoffnung nicht auf: Für das Wochenende wird ein Absinken des Pegels erwartet, falls das Wetter mitspielt.

Politik ist am Hochwasser schuld

Hochwasser in China

Umweltschützer machen die Politik für das Hochwasser verantwortlich. "Das schlimme Hochwasser am Dongting-See ist eine direkte Folge der Entwaldung und der übermäßigen Landwirtschaft an den Flüssen", klagt die Umweltschützerin Dai Qing an. Noch vor 150 Jahren sei der Dongting mehr als doppelt so groß gewesen. Um Überschwemmungskatastrophen langfristig zu verhindern, müsste massiv aufgeforstet und Menschen in sichere Gegenden umgesiedelt werden.

Bereits vor vier Jahren wurde China von Hochwasserkatastrophen heimgesucht. Dabei starben in China über 4000 Menschen und rund 14 Millionen verloren ihre Wohnung. Auch in diesem Jahr kamen durch Hochwasser und Erdrutsche bereits 900 Menschen ums Leben.

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  • Datum 24.08.2002
  • Autorin/Autor (epd/am)
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2aC3
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