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Sport

China ist geschockt: Aus für Megastar Liu Xiang

Eine entzündete Achillessehne am rechten Fuß stoppt den populärsten Sportler Chinas bereits im Vorlauf über 110 Meter Hürden.

Liu mit schmerzverzerrtem Gesicht. Quelle: ap

Nichts geht mehr

Immer wieder greift sich Liu an sein Bein. Mit schmerzverzerrtem Gesicht quält sich der 25-Jährige in den Block. Dann der Startschuss zum Vorlauf, ein weiterer direkt hinterher. Fehlstart. Während die Konkurrenten locker auslaufen, humpelt Liu von der Bahn. Er reißt sich die Startnummer ab und verlässt das Stadion. 91.000 Zuschauer im "Vogelnest", die vorher ihren Superstar noch frenetisch bejubelt haben, sind entsetzt, geschockt. In Scharen verlassen sie das Stadion. Der Super-Gau für Chinas Sport, der unumstrittene Megastar muss aufgeben. "Liu Xiang ist sehr traurig und deprimiert", sagt anschließend Feng Shuyong, Cheftrainer der chinesischen Leichtathleten und bricht selbst in Tränen aus.

Volksheld und Spitzenverdiener

Liu Xiang ist in China ein Volksheld, seit er 2004 im Finale in Athen den Weltrekord über 110 Meter Hürden einstellte und olympisches Gold gewann. Damals brach der 21-Jährige aus Schanghai, der als Kind eigentlich Basketballer werden wollte, in die Phalanx der US-Sprinter ein. Es folgten 2006 Lius Weltrekord in 12,88 Sekunden und 2007 sein erster Weltmeistertitel. Die sportlichen Erfolge ließen auch die Kasse des Superstars klingeln. Chinas Zigarettenindustrie förderte den Aufstieg des Hürdensprinters großzügig. Lius Einnahmen werden auf fünf Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Damit gilt er als bestverdienender Leichtathlet der Welt.

Einsames Training für Gold

Zuschauerin mit Tränen in den Augen und Taschentuch in der Hand. Quelle: ap

Liu verletzt - eine Nation unter Schock

Liu Xiangs Karriere sollte mit dem Olympiasieg in der Heimat gekrönt werden.

1,3 Milliarden Chinesen setzten wie selbstverständlich darauf, dass ihr Sportheld erneut Gold gewinnen und sich zudem noch den im Juni an den Kubaner Dayron Robles verlorenen Weltrekord zurückholen würde. Liu zeigte sich in diesem Jahr nur bei wenigen Wettkämpfen und wurde in den letzten Wochen systematisch abgeschottet. Bis zu seinem dramatischen Kurzauftritt im Vorlauf im "Vogelnest" in Peking. Vielleicht hatte Lius Mutter doch recht, die sich vor den Spielen darüber Sorgen gemacht hatte, "dass der Junge zu viel trainiert".

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