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Politik

China errichtet Zaun an der Grenze zu Nordkorea

China hat an der Grenze zu Nordkorea mit dem Bau eines meterhohen Zauns aus Beton und Stacheldraht begonnen. Unterdessen dringen die USA auf eine Umsetzung der beschlossenen Sanktionen.

Der neu errichtete Zaun bei Dandong im Nordosten Chinas

Der neu errichtete Zaun bei Dandong im Nordosten Chinas

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il (M.) mit zwei Offizieren

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il (M.)

Etwa 100 chinesische Soldaten seien an der nordkoreanischen Grenze mit dem Bau eines Stacheldrahtzauns beschäftigt, berichtet die Nachrichtenagentur AP. In der vergangenen Woche hätten sie Hushan erreicht, rund 20 Kilometer von der Hafenstadt Dandong an der Grenze entfernt. Vermutlich sollten mit dem Wall Schmuggel und illegale Grenzübertritte verhindert werden. Experten zufolge ist der Bau des Walls bereits seit 2003 geplant. China und Nordkorea teilen sich eine 1400 Kilometer lange Grenze, über die ein Großteil der Importe nach Nordkorea läuft.

Zahlreiche Kontrollen

Unterdessen dringen die USA darauf, dass die beschlossenen Sanktionen umgesetzt werden. US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte, sie hoffe, dass China die Strafmaßnahmen gegen das Regime in Pjöngjang befolge. "Ich bin ziemlich sicher, dass China seiner Verantwortung gerecht wird", sagte Rice dem US-Sender Fox News am Sonntagabend. Rice will noch in dieser Woche Gespräche in Japan, Südkorea und China führen, um die Umsetzung der Sanktionen sicherzustellen. Angesichts der Kontrollen von zahlreichen Lastern Richtung Nordkorea zeigte sich die US-Regierung zuversichtlich, dass China eine Umsetzung der UN-Resolutionen gegen Nordkorea unterstützt.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag unter anderem ein Handelsembargo für Waffen, Luxusgüter und alle Waren, die dem nordkoreanischen Atomwaffenprogramm dienen könnten, beschlossen. Die Wirkung des Strafkatalogs hängt jedoch vor allem davon ab, wie entschieden die Mitgliedsländer die Sanktionen durchsetzen. China hat bereits klar gemacht, dass es Vorbehalte gegen die Inspektion von Handelsschiffen von und nach Nordkorea hat.

Südkorea bekräftigte am Montag, die UN-Resolution in gutem Glauben befolgen zu wollen. Bislang sei aber nicht entschieden, ob Südkorea seine wirtschaftlichen Kooperationsprojekte mit dem Norden einstellen wird, erklärte das Präsidialamt. Dazu gehöre auch der Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong.

Australien teilte am Montag mit, nordkoreanische Schiffe dürften künftig keine australischen Häfen mehr anlaufen.

USA und Japan für Sechs-Länder-Gespräche

Washington und Tokio wollten durch die Zusammenarbeit mit anderen Ländern eine rasche Umsetzung der Sanktionen erreichen, sagte der japanische Unterhändler Kenichiro Sasae nach einem Gespräch mit dem amerikanischen Sondergesandten Christopher Hill in Tokio. "Wir wollen sicherstellen, dass Nordkorea nicht in der Lage ist, die Technologie oder die Finanzmittel zu erlangen, um seine Programme fortzusetzen", erklärte Hill.

Die USA und Japan sprachen sich zudem dafür aus, neben der Umsetzung der jüngsten UN-Sanktionen gegen Pjöngjang auch eine Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm zu forcieren.

Der US-Geheimdienst hat am Montag bestätigt, dass der nordkoreanische Test vom 9. Oktober tatsächlich ein Atomwaffentest gewesen ist. Das hätten Luftproben vom 11. Oktober ergeben, teilte das Büro des Geheimdienstdirektors John Negroponte mit. Die Sprengkraft der Explosion habe weniger als eine Kilotonne betragen. Bisher hatte Nordkorea nur behauptet, einen Atomwaffentest gemacht zu haben, jedoch keine offiziellen Beweise geliefert.

Japan will keine Atomwaffen entwickeln

Japan betonte, es gebe keine Pläne für die Entwicklung von Nuklearwaffen als Reaktion auf den nordkoreanischen Atomtest. Die Position der Regierung habe sich nicht geändert, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe vor Journalisten. Ein führendes Mitglied der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP), Shoichi Nakagawa, hatte am Sonntag erklärt, über diese Frage müsse zumindest diskutiert werden.

Der künftige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bot Nordkorea unterdessen direkte Gespräche an. Der Südkoreaner zeigte sich am Sonntag bereit, sich nach seiner Amtsübernahme im Januar mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il zu treffen, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. (stu)

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