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Wirtschaft

China bleibt für deutsche Autobauer attraktiv

In China werden mittlerweile mehr Autos produziert als in Deutschland und Japan zusammen. Das Land ist zum Wachstumsmotor der Automobilbranche geworden. Die Party wird noch eine Weile weitergehen.

Symbolbild: Deutsche Autohersteller profitieren vom chinesischen Markt (Grafik: DW)

China bleibt für die deutschen Autobauer ein attraktiver Markt. Bis zum Jahr 2017 werde sich der chinesische Automarkt verdoppeln: Bis dahin sollen 28 Millionen Pkw jährlich produziert werden, glaubt die Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers. Das Wachstum soll anders als bisher nicht mehr so stark von den reichen Städten an der Ostküste getragen werden, sondern eher aus den aufstrebenden Zentralregionen und den großen Städten im Westen kommen. Deutsche Autohersteller halten derzeit im oberen Bereich, dem Premiumsegment, einen Marktanteil von vier Fünftel in China. Zwei Millionen Autos stellen sie derzeit dort her, 720.000 davon im Luxusbereich.

Felix Kuhnert, Partner bei PWC und dort für die Automobilsparte zuständig, geht davon aus, dass sich das Premiumsegment in den nächsten Jahren für die deutschen Hersteller auf rund 1,4 Millionen Einheiten verdoppeln werde: "Wir sehen an bestimmten Indikatoren, dass sich die Anzahl der Millionäre verdoppeln wird in den nächsten Jahren und damit auch ein sehr gutes Potenzial für die deutschen Premiumhersteller besteht."

Der chinesische Markt ist noch längst nicht gesättigt

Ein Arbeiter reinigt das Firmenschild eines Volkswagen Autohauses in der Nähe von Shanghai (Foto: dpa)

Volkswagen war der Pionier in China

Doch auch Nicht-Millionäre seien sehr am Kauf von Neuwagen interessiert, meint PWC. Die Konsumenten wüssten inzwischen Marken zu schätzen und seien offen für Neues. Gesättigt ist der chinesische Automarkt noch lange nicht: Derzeit sind dort 59 Millionen Autos unterwegs. Um die Fahrzeugdichte von Deutschland zu erreichen, wo jeder zweite Einwohner laut Statistik ein Auto besitzt, müssten in China 700 Millionen Autos rollen. Auf diesem riesigen Markt ist Platz für westliche als auch chinesische Hersteller.

Die chinesische Regierung versuche derzeit, die Autobranche in China zu konsolidieren, von mehr als 50 Herstellern sollen allenfalls fünf bis acht übrig bleiben. Und die besten zwei dürften dann wohl auch einmal zur Konkurrenz für General Motors, Toyota und Volkswagen werden, meint Autoexperte Kuhnert von PWC. Noch sei der Fokus auf der inländischen Nachfrage. "Wir erwarten, dass sie dann in einem zweiten Schritt in andere Wachstumsmärkte gehen werden, um Erfahrung und Knowhow zu sammeln", sagt Kuhnert. Ihr nächstes Ziel dürften dann sehr kompetitive Märkte sein wie Europa oder Nordamerika, die gleichzeitig auch sehr premiumlastig sind, so Kuhnert weiter.

Elektromobilität wird groß geschrieben

Riich G5 - ein Auto made in china (Foto: AP)

Fünf Jahre brauchen die Chinesen noch, bis sie mit ihren Autos die Welt erobern

Etwa fünf Jahre Zeit dürften die großen chinesischen Hersteller noch benötigen, bis sie weltweit konkurrenzfähig seien, meint Kuhnert. Das Knowhow und das Wissen darum, wie man eine Marke etabliert und führt, haben die Chinesen dabei auch aus den Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen, vor allem deutschen Herstellern gewonnen.

Ein großes Thema ist in China das Vorantreiben der Elektromobilität. Im aktuellen Fünfjahresplan legt die Regierung auf Nachhaltigkeit besonderen Wert und will dieses Ziel auch mit erheblichen Subventionen erreichen, erklärt Felix Kuhnert: "Wir gehen davon aus, dass die Regierung in China die Elektromobilität so fördern wird, dass man individuelle Mobilität über die nächsten Jahre der breiten Bevölkerung zur Verfügung stellen kann." Das würde dann auch weniger Abhängigkeit von Rohölimporten und weniger CO2-Emissionen bedeuten.

Auch dieser Trend dürfte den deutschen Produzenten zugute kommen.

Autorin: Brigitte Scholtes
Redaktion: Zhang Danhong