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Aktuell Asien

China bestätigt Bau eines zweiten Flugzeugträgers

Kein Atomantrieb, aber 50.000 Tonnen Verdrängung: Chinas neues Kriegsschiff soll mit Kampfflugzeugen vom Typ J-15 ausgerüstet werden. Geht nun der Inselstreit in die nächste Runde?

Chinas erster Flugzeugträger Liaoning (Archivbild: picture alliance/AP Images/W. Xizeng

Unfertig übernommen: Chinas erster Flugzeugträger "Liaoning" kam aus der Ukraine (Archivbild)

Schon seit Monaten gab es Gerüchte. Jetzt ist es offiziell: Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking erklärte, China baue einen zweiten Flugzeugträger. Das Kriegsschiff werde in der nordöstlichen Hafenstadt Dalian nach eigenen Plänen konstruiert.

Chinas erster Flugzeugträger ist mehr als 25 Jahre alt. Das Schiff wurde einst für die sowjetische Marine gebaut, blieb allerdings unvollendet. Die Chinesen kauften es im unfertigen Zustand 1998 der Ukraine ab. Nach Umbau- und Erweiterungsarbeiten wurde die "Liaoning" 2012 offiziell in Dienst genommen. Die Nummer zwei hingegen soll komplett in China geplant und umgesetzt werden.

Besorgnis bei den Nachbarn

Nach Angaben des Ministeriumssprechers wird der neue Flugzeugträger eine Verdrängung von 50.000 Tonnen und einen konventionellen Antrieb haben, also nicht mit Atomkraft fahren. Er soll demnach mit chinesischen Kampfflugzeugen vom Typ J-15 ausgerüstet werden.

China baut seit Jahren seine Streitkräfte und auch die Marine stark aus. Trotz der schwächelnden Konjunktur hatte der Volkskongress im Frühjahr den Militäretat des Landes bereits das fünfte Mal in Folge zweistellig erhöht: um rund 10 Prozent auf umgerechnet 127 Milliarden Euro. Damit steht das Reich der Mitte hinter den USA auf Platz zwei der Länder mit dem größten Verteidigungshaushalt.

U-Boote und Tarnkappenbomber

Das Geld fließt vor allem in neues Gerät: Peking arbeitet auch an der Entwicklung von U-Booten und Tarnkappenbombern. Viele Staaten in der Region sind wegen der Aufrüstung besorgt. In den vergangenen Jahren gab es vermehrt Zwischenfälle zwischen Kriegsschiffen Chinas und seiner Nachbarländer. Mehrere Staaten liegen mit Peking im Streit um Inselgruppen im Ost- und Südchinesischen Meer, so dass immer wieder vor einem militärischen Konflikt gewarnt wird.

Die USA hatten im Oktober demonstrativ ein eigenes Kriegsschiff in die Zwölf-Meilen-Zone um die von China beanspruchten Spratly Islands einfahren lassen, um Peking zu warnen. Der Zerstörer "USS Lassen" kreuzte vor den künstlichen Inseln, die China im Meer aufschüttet. Ansprüche auf das Gebiet erheben auch Vietnam, Malaysia, Brunei, die Philippinen und Taiwan. Die Gewässer gehören zu den meistbefahrenen Schiffahrtsrouten der Welt. Außerdem werden große Rohstoffvorkommen im Boden vermutet.

jj/gri (dpa, afp)