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Tierschutz

China baut ersten Flughafen für Vögel

In China soll ein Flughafen für Vögel entstehen. Was verrückt klingt - man den Chinesen vielleicht aber sogar zutrauen würde -, ergibt bei genauerem Hinsehen schon mehr Sinn. Wir jedenfalls fliegen drauf!

Ein Flughafen, allein für Vögel - voller Ruhe und Natur. Der Entwurf desLingang Bird Sanctuary für die chinesische Hafenstadt Tianjin stammt von den Designern und Landschaftsarchitekten McGregor Coxall mit Sitz in Australien, China und England. Sie gewannen mit ihrem "Bird Airport" einen internationalen Designwettbewerb.

Die Idee dahinter ist genau genommen jedoch weniger ein Flughafen als ein riesiges Naturschutzgebiet. Hier sollen Zugvögel die Möglichkeit bekommen, in Ruhe zu rasten. Die geplante Oase liegt nahe dem ostasiatisch-ozeanischen Zugweg, dem sogenannten "East Asian-Australasian Flyway" (EAAF).

Diesen Zugweg passieren jedes Jahr mehr als 50 Millionen Zugvögel - die den geplanten Vogel-Flughafen in Tianjin sicherlich gerne als Zwischenstopp nutzen werden und von hier aus ihre Reise fortsetzen. Diese wird danach ohnehin noch über eine beachtliche Strecke führen: Der EAAF umfasst insgesamt 22 Länder, darunter China, Japan, Neuseeland, Indonesien, Thailand, Russland und die USA (Alaska). Einige Vögel fliegen bis hierher über 11.000 Kilometer und überstehen zehn Tage ohne Nahrung.

"Die Zugwege der Vögel sind ein wahres Wunder der Natur", sagt Adrian McGregor, Chef und Gründer von McGregor Coxall. "Wir hoffen, dass sich der geplante Vogel-Flughafen als wichtiger Anlaufpunkt für gefährdete Zugvogelarten entpuppt."

Infografik Zugvögel DEU

Weltweit gibt es insgesamt neun große Zugrouten, der East Asian-Australasian Flyway ist einer der längsten

Bislang meiden die Vögel das Rasten hier trotz aller Reisestrapazen. Denn das Gebiet um Tianjin ist nicht sonderlich attraktiv für sie: Das Futter ist knapp, der Platz ebenso. Schuld ist die zunehmende Urbanisierung der Küste. 

Aber damit soll bald Schluss sein. Künftig - so die Pläne von McGregor Coxall - sollen hier bald täglich Hunderte, wenn nicht Tausende (Vogel-)Starts und Landungen stattfinden. 

Das dürfte auch den Initiatoren des Designwettbewerbs gefallen. Mitfinanziert wurde das Vorhaben nämlich von der "Asian Development Bank" und der "Tianjin Economic and Technological Development Area", einer Wirtschaftsentwicklungszone in der Nähe von Tianjin, der ein grüneres Stadtbild besonders am Herzen liegen dürfte.

Wellness-Paradies für Vögel?

Bis es soweit ist, wird es jedoch noch etwas dauern. Unter anderem muss noch eine riesige Müllhalde umgegraben werden. Ende 2017 sollen die Arbeiten aber beginnen.

Es sind drei verschiedene Wasser-Habitate geplant: ein Inselsee mit flachen Stromschnellen, Schilfzonen und Schlickgebiete. Dazu kommen unzählige Gebüsche, in denen sich die Vögel verstecken können, ein 20 Hektar großer Wald sowie ein Besucher- und Forschungszentrum namens "Wasserpavillon".

"Bei dem Vogel-Flughafen nutzen wir ein ganz neues nachhaltiges Wasserdesign, das künftig auch bei anderen Projekten rund um Beijing zum Einsatz kommen soll", sagt Jack Qian, Leiter des McGregor Coxall-Büros in Shanghai. Aufbereitetes Abwasser und Regen sollen so recycelt werden. 

Durchatmen in Tianjin

Die Hafenstadt Tianjin ist eine der bevölkerungsreichsten Städte Chinas. Nicht selten müssen hier die echten Flughäfen aufgrund von Smog geschlossen werden. "Eine grüne Lunge in Form eines riesigen Vogelreservats würde sicher auch dem Rest der Stadt guttun",  hofft Adrian McGregor.

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