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Afrika

China baut an erster Militärbasis im Ausland

Der Machtanspruch Chinas wird auch im militärischen Bereich deutlich. Schon demnächst soll es den ersten Armeestützpunkt im Ausland geben. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Chinas erste Militärbasis im Ausland soll bald die Arbeit aufnehmen. Laut Staatsmedien sind Schiffe mit Militärangehörgen ins ostafrikanische Dschibuti aufgebrochen. Sie sollen den dort geplanten chinesischen Stützpunkt betriebsbereit machen. Über die Anzahl der entsendeten Einheiten und deren Funktion ist nichts bekannt. Chinas staatlichen Medien vermeiden den Ausdruck "Militärbasis", sondern sprechen von "Unterstützungsbasis."

Das entspreche auch der Realität, wie der Experte für chinesische Sicherheitspolitik Bernt Berger vom Engagement Policy Centre gegenüber der DW erläutert: Der Stützpunkt diene in erster Linie den Anti-Piraten-Operationen, an denen China schon seit 2008 am Horn von Afrika und im Golf von Aden beteiligt ist. China wolle auf jeden Fall den Eindruck vermeiden, es etabliere sich als Militärmacht in der Region. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass China die Basis als Horchposten nutze, sagt Berger. Schon vor zwei Jahren machte China die Pläne für den Bau der ersten Militärbasis im Ausland öffentlich. Ausgesucht wurde dafür das kleine Land am Horn von Afrika. 

Schon anderen Nationen sind dort militärisch vertreten. Die USA, Frankreich, China, Japan, Italien und Spanien haben in dem Staat mit 900.000 Einwohnern einen Stützpunkt. Deutsche Soldaten sind im Rahmen der Anti-Piraterie-Mission "Atalanta" zeitweise in Dschibuti stationiert. Auch Saudi-Arabien baut dort derzeit eine Militärbasis.

China Djibouti Militärbasis (picture alliance/AP/Xinhua News Agencyvia/W. Dengfeng)

Von Zhanjiang sind die Militärangehörigen in Richtung Afrika aufgebrochen

Viele Vorteile für Dschibuti

Das Land liegt strategisch günstig am Schnittpunkt von Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Es grenzt an die Meerenge Bab al-Mendab, wo das Rote Meer auf den Golf von Aden trifft. Zudem liegt das politisch stabile und als sicher geltende Dschibuti nahe an vielen von Afrikas größten Krisenherden wie Somalia, dem Südsudan, Libyen und Mali. China will nach eigenen Angaben mit der Basis den Kampf gegen Piraten sowie UN-Missionen und humanitäre Hilfsmissionen in Afrika unterstützen. Ein weiteres Motiv ist laut China-Experte Berger auch, dass chinesische Staatsbürger im Zuge internationaler chinesischer Investitionstätigkeit Hilfe benötigen könnten, wie bereits im Jemen und in Libyen geschehen. 

Die USA gehen davon aus, dass es nicht lange bei dem einen chinesischen Militärstützpunkt im Ausland bleiben wird. Im Jahresbericht des US-Verteidigungsministerium hieß es Anfang Juni, dass China seine nächste ausländische Basis in Pakistan errichten könnte. "China wird sehr wahrscheinlich zusätzliche Militärbasen in Ländern aufbauen wollen, mit denen es langjährige freundschaftliche Beziehungen und ähnliche strategische Interessen teilt - etwa Pakistan", hieß es in dem Report.

wo/ww (dpa, rtr)

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