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Aktuell Asien

China: Anklage gegen korrupten Spitzen-Militär

Zwei Jahre haben die Ermittlungen gedauert in einem der größten Korruptionsaffären in der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Jetzt wurde gegen einen Ex-Offizier Anklage erhoben, der hunderte Posten "verkauft" haben soll.

Dem früheren Generalleutnant und einstigen Vizechef der Militärlogistik, Gu Junshan, werden Veruntreuung, Bestechung, Missbrauch von Staatsgeldern und Machtmissbrauch vorgeworfen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Militärstaatsanwaltschaft weiter berichtet, ist Gu seit 2012 von allen Ämtern suspendiert und soll vor ein Militärgericht gestellt werden.

Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr angekündigt, verstärkt gegen Korruption vorgehen zu wollen. Er warnte davor, die grassierende Bestechung von Funktionären könne langfristig die Kommunistische Partei in der Volksrepublik China zerstören. Auch ranghohe Politiker und Funktionäre sollten von den Ermittlungen nicht verschont bleiben.

China Gu Junshan Residenz

Das Anwesen des mutmaßlich korrupten Militärs in Henan

Gegen Gu war mehr als zwei Jahre lang ermittelt worden. Im Januar hatten staatliche chinesische Medien berichtet, dass der 57-Jährige dutzende Wohnungen im Zentrum von Peking und eine stattliche Villa in der zentralen Provinz Henan besitzen soll.

Es gab zudem Berichte, dass bei den Ermittlungen unter anderem ein goldenes Boot, ein goldenes Waschbecken und eine goldene Statue von Mao Tse-tung beschlagnahmt worden seien. Während seiner Tätigkeit in der Armee hatte er über Bauvorhaben sowie über die Nutzung und Verpachtung von Militärgelände zu entscheiden. Außerdem tätigte er Einkäufe im großen Stil für die Armee.

Laut Beobachtern gibt es "schwerwiegende Korruption beim Militär, vor allem im Bereich der Logistik", wie die staatliche Zeitung "Global Times" berichtet. Allerdings würden Erkenntnisse über Bestechung in den Reihen der Armee häufig nicht öffentlich gemacht, um dem Ruf der Volksbefreiungsarmee nicht zu schaden.

uh/mak (afp/rtr)

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