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Aktuell Nahost

Chemiewaffen-Vorwürfe im Syrien-Krieg

Internationale Aufseher werfen der syrischen Regierung und dem "Islamischen Staat" vor, verbotene Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Russland beschuldigt dagegen die Rebellen, mit Phosphor und Chlor zu kämpfen.

Syrien Aleppo Opfer von Chlorgas Angriff (picture-alliance/AA/I. Ebu Leys)

Opfer eines mutmaßlich von Regierungstruppen ausgeführten Chlorgas-Angriffes in Aleppo

41 Staaten sind Mitglied der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). 28 von ihnen haben nun offiziell den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Armee und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) verurteilt. Neun Länder enthielten sich, vier stimmten dagegen: China, Russland, der Iran und der Sudan.

Eine gemeinsame Untersuchung der OPCW und der Vereinten Nationen hatte zuvor ergeben, dass die syrische Regierung im März und April 2015 drei Giftgasangriffe verübt haben muss. In der von bewaffneten Rebellen gehaltenen Provinz Idlib sollen Hubschrauber in drei Fällen Chlorgas abgeworfen haben. Zudem setzten IS-Milizen in der Provinz Aleppo im Norden des Landes in einem Fall Senfgas ein. 

Russland belastet Rebellen

Russland, das gegen die Verurteilung des Einsatzes gestimmt hatte, warf dagegen syrischen Rebellen vor, in Aleppo Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Experten des russischen Verteidigungsministeriums hätten in einem bis vor kurzem von Aufständischen kontrollierten Teil der Stadt Geschosse und Munition entdeckt, die vermutlich Chlor und weißen Phosphor enthielten, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow. Der Fund belege, dass die Rebellen Chemiewaffen gegen Zivilisten und Syriens Armee eingesetzt hätten.

Russland ist ein enger militärischer Partner des syrischen Regimes. In den staatlichen Medien wurde den Aufständischen bereits Ende Oktober der Einsatz von Giftfas angelastet. Im Westen Aleppos seien Soldaten und Zivilisten nach Beschuss aus den von Rebellen besetzten Vierteln erstickt, hieß es in den Medienberichten.

djo/cr (afp, dpa, rtr)