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Fußball

Chelsea wirft Barcelona raus

Mit konsequenter Defensivtaktik entnerven die Engländer die Künstler vom FC Barcelona und ziehen mit einem Unentschieden ins Finale der Champions League ein. Barças Superstar Messi wird zum tragischen Helden.

In einem spannenden und hochklassigen Halbfinal-Rückspiel hat sich der FC Chelsea gegen den FC Barcelona durchgesetzt und steht damit als erster Teilnehmer des Champions-League-Finals am 19. Mai in München fest. Im Estadio Camp Nou reichte den Engländer gegen die Katalanen vor 94.000 Zuschauern ein 2:2 (1:2)-Unentschieden fürs Weiterkommen. Das Hinspiel hatten die "Blues" mit 1:0 für sich entschieden. Tragischer Held des Abends war Superstar Lionel Messi, der weit unter seinen Möglichkeiten blieb, dem erneut gegen Chelsea keinTreffer gelang und der sogar einen Elfmeter verschoss.

Dabei sah zunächst alles nach einem Sieg der Hausherren aus: Nachdem seine Mitspieler bereits mehrere gute Gelegenheiten gegen die sehr defensiv stehenden Gäste aus London ausgelassen hatten, erzielte Barcelonas Sergio Busquets das 1:0 (35.). Chelsea stand zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt auf dem Feld, da sich ihr Kapitän John Terry zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Weil er Alexis Sanchez abseits des Spielgeschehens mit dem Knie in den Rücken getreten hatte, wurde er zu Recht mit Rot vom Platz gestellt (37.).

John Terry sieht die rote Karte (Fotot: Reuters)

Mit seiner Tätlichkeit machte Chelsea-Kapitän John Terry das Unterfangen "Finaleinzug" noch schwieriger

Als Andres Iniesta kurze Zeit später auf 2:0 erhöhte, schien die Partie gelaufen (43.). Doch kurz vor der Pause gelang Ramires der Anschlusstreffer für Chelsea (45.+1).

Ausgerechnet Torres trifft

Ebenso dramatisch wie vor dem Seitenwechsel ging es nach der Halbzeit weiter: Das erste Ausrufezeichen setzte Lionel Messi, der einen Foulelfmeter an die Querlatte drosch (49.). Anschließend drängte Barça auf das dritte Tor, während Chelseas Spieler ihre defensive Taktik konsequent beibehielten, über weite Strecken mit allen neun Feldspielern im eigenen Strafraum standen und keine Gelegenheit ausließen das Spiel zu verzögern. Barcelona war drückend überlegen aber vergab Chance um Chance: Die beste Gelegenheit hatte Messi, der aber nur den Pfosten traf (83.). Schließlich erarbeitete sich Chelsea eine letzte Konterchance, die ihr spanischer Stürmer Fernando Torres zum 2:2-Endstand verwertete (90.+1).

Gesetze des Fußballs greifen

Der Titelverteidiger ist damit ausgeschieden und hat ein ungeschriebenes Gesetz der Champions League ein weiteres Mal bestätigt: Seit Einführung des Wettbewerbs im Jahr 1992 konnte noch nie ein Titelträger seinen Erfolg in der folgenden Saison wiederholen. Und zwei weitere "schwarze Serien" haben sich fortgesetzt: Barcelonas Trainer Josep Guardiola hat noch nie in seiner Karriere gegen den FC Chelsea gewinnen können. Sein Topstar Lionel Messi hat es noch nie geschafft, gegen die Londoner ein Tor zu erzielen.

Der Finalgegner von Chelsea, das im Endspiel ohne die gesperrten Terry, Ramires, Branislav Ivanovic und Raul Mereiles auskommen muss, wird am Mittwochabend (25.04.2012 um 20:45 Uhr MESZ) im Estadio Santiago Bernabeu von Madrid zwischen Real Madrid und dem FC Bayern München ermittelt. Das Hinspiel hatten die Bayern in München mit 2:1 für sich entschieden. Und sollten die Bayern das Finale tatsächlich erreichen, müssen sie hoffen, dass ein weiteres ungeschriebenes Gesetz der Champions League nicht greift: Noch nie hat eine Mannschaft das Finale der Königsklasse im eigenen Stadion gewinnen können.