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Aktuell Nahost

Chef der Muslimbrüder droht Todesstrafe

Die ägyptische Justiz holt zum Schlag aus: Mohammed Badie, Anführer der Muslimbruderschaft, muss die Höchststrafe fürchten. Zuvor hat aber der höchste islamische Geistliche das Wort.

Ein ägyptisches Gericht habe den Anführer der islamistischen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie (Archivbild rechts), und 13 weitere ranghohe Mitglieder der verbotenen Organisation zum Tod verurteilt, meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die amtliche ägyptische Agentur Mena.

Der Fall wurde formell an den Großmufti weitergeleitet. Bevor die Todesstrafe offiziell verhängt wird, muss in Ägypten stets die Meinung des höchsten islamischen Rechtsgelehrten eingeholt werden, auch wenn diese für das Gericht nicht bindend ist.

"Chaos verbreiten"

Badie und die anderen 13 Muslimbrüder wurden für schuldig befunden, Angriffe in Auftrag gegeben zu haben mit dem Ziel, "Chaos zu verbreiten". Dazu hätten sie unter anderem eine "Operationszentrale" aufgebaut, um nach dem Sturz des islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi landesweit Attacken zu koordinieren.

Die Verteidigung wies die Anschuldigungen erneut zurück. Das Urteil sei "absurd", sagte Anwalt Ahmed Helmi einem AFP-Reporter. In dem Prozess wurden insgesamt 51 Muslimbrüder angeklagt, 31 von ihnen sind in Haft. Nach Angaben des Gerichts sollen die nächsten Urteile im April verkündet werden.

Todesurteile im Schnelldurchlauf

Badie wurde bereits vier Mal zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Prozess, in dem bereits ein Todesurteil gegen ihn fiel, wurde inzwischen neu aufgerollt.

Ägyptens früherer Staatschef Mursi war im Sommer 2013 durch das Militär gestürzt worden. Anschließend gelangte der heutige Staatschef Abdel Fattah al-Sisi an die Macht. Die Behörden gehen seitdem hart gegen Mursi-Anhänger vor.

Mehr als 1400 islamistische Demonstranten wurden getötet, Tausende Anhänger der bald als "Terrororganisation" verbotenen Muslimbruderschaft inhaftiert. Die wiederholten Massenprozesse, bei denen im Schnellverfahren Hunderte Islamisten zum Tod verurteilt werden, stehen international in der Kritik.

jj/mak (afp, rtr)