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Aktuell Nahost

Chef der Militärpolizei desertiert

Wieder einmal ist einer aus dem Assad-Zirkel übergelaufen: Der Chef der syrischen Militärpolizei, General Abdel Asis Dschassem Al-Schallal, hat sich den Rebellen angeschlossen.

General Abdel Asis Dschassem al-Schallal (Foto: rtr)

Syrien Desertion General Abdel Asis Dschassem al-Schallal

Der General wolle sich der "Revolution des Volkes" anschließen, sagte er in einer von dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija ausgestrahlten Videobotschaft. Als Grund für seine Desertation nannte er das brutale Vorgehen der Regierungstruppen.

Diese zerstörten Städte und Dörfer und begingen Massaker "an unserem Volk, an hilflosen Zivilisten, die auf den Straßen nach Freiheit rufen". Von der Mission, das Volk zu schützen, sei die Armee abgekommen. Sie sei zu einer "mörderischen, zerstörerischen Bande" geworden, sagte Al-Schallal weiter.

Video ansehen 01:25

Syrien: Chef der Militärpolizei desertiert

Die Aufgaben des Chefs der Militärpolizei beschränken sich im Wesentlichen auf Disziplinarmaßnahmen gegen Soldaten. Al-Schallal hätte nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Januar in den Ruhestand gehen sollen. Nach seiner Desertation soll Al-Schallal sich bereits ins Ausland abgesetzt haben.

Assad zunehmend unter Druck

Wie Aktivisten melden, sollen auch in der Region Al-Sabadani bei Damaskus Dutzende Soldaten und rund 17 Offiziere zu den Rebellen übergelaufen sein. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Baschar al-Assad mehrere wichtige Offizielle verloren, darunter seinen Ministerpräsidenten Riad Hidschab.

Auch militärisch gerät der Präsident Syriens zunehmend in Bedrängnis: Wie Aktivisten melden, haben Rebellen die Regimesoldaten von einem strategisch wichtigen Stützpunkt an der türkischen Grenze abgedrängt.

Zahl der Toten steigt

Zugleich fordert der Krieg immer mehr Todesopfer. Am Mittwoch starben bei einem Luftangriff der syrischen Armee auf das Dorf Katanije im Norden Syriens laut Opposition mindestens 20 Menschen, darunter acht Kinder. Seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 sollen mehr als 45.000 Menschen getötet worden sein. Davon sollen rund 31.500 Zivilisten und Rebellen sein, etwa 11.200 Tote sollen Regimesoldaten sein. Zudem sind vier Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, sagte der UN-Vertreter John Ging in New York.

Der UN-Sondergesandte für den Frieden in Syrien, Lakhdar Brahimi, spricht vor der Presse (Foto: rtr)

Auch auf seiner dritten Reise nach Syrien versucht der UN-Sondergesandte Brahimi zu vermitteln

Nach mehreren gescheiterten Anläufen ist der UN-Sonderbeauftragte Lakhdar Brahimi zum dritten Mal als Vermittler nach Syrien gereist, um zwischen Assad und den Oppositionellen zu vermitteln. Der Vorsitzende des Nationalen Koordinationskomitees für den Demokratischen Wandel, Hassan Abdul Asim, sagte, Brahimi wolle einen Konsens zwischen den USA und Russland erreichen. Damit erhoffe sich Brahimi, den Weg für eine friedliche Übergabe der Macht zu ebnen. Brahimis Gespräche mit Vertretern von Regierung und Opposition brachten jedoch zunächst keinen Fortschritt, heißt es aus UN-Kreisen.

nem/haz (afp, dpa, rtr)

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